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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 16:09 Uhr

Bauern fürchten Flächenschwund

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck fordert die Nutzung der Bestandstrasse als Hinterlandanbindung zur Fehmarnbelt-Querung

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Für den Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck bleibt der mögliche Wegfall landwirtschaftlicher Flächen durch diverse Infrastrukturprojekte auch in 2014 das beherrschende Thema. „Das wird den Markt erheblich durcheinander bringen“, sagt Vorsitzender Klaus-Dieter Blanck. Besonders beschäftigen ihn in diesem Zusammenhang der Bau der 380-kV-Leitung von Lübeck nach Göhl, die Hinterlandanbindung zur Fehmarnbelt-Querung sowie die Ausweisung weiterer Windkraftgebiete. Er befürchtet, dass hierdurch die Landpreise mittelfristig steigen werden, da Tauschflächen nur bedingt zur Verfügung stehen.

Sein Kreisgeschäftsführer Holger Schädlich rechnet gar damit, dass den Bauern bis zu 2000 Hektar Boden entzogen werden könnten. „Diese Flächen gehören zu den produktivsten auf der ganzen Welt, da man sie am nachhaltigsten bewirtschaften kann. Man geht damit sehr lässig um“, findet Blanck. Der Kreisverband fordert daher von der Politik, dass diese beim Bau der Hinterlandanbindung zur Fehmarnbelt-Querung vor allem auf die Bestandstrasse setzt. „Der Eingriff in die Natur und die benötigten Ausgleichsflächen wären dann am geringsten“, sagt Schädlich.

Auch setze man sich für einen niedrigen Ausgleichsfaktor beim Bau von Windkraftanlagen ein. So würden derzeit auf ein Windrad sechs Hektar Ausgleichsfläche kommen, was der Kreisbauernverband für zu viel hält. Blanck betont in diesem Zusammenhang jedoch auch, dass viele Landwirte von der Energiewende profitiert hätten. „Man darf nicht vergessen, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz viel Geld in den landwirtschaftlichen Raum gebracht hat.“

Mögliche Auswirkungen könnte der Wegfall landwirtschaftlicher Nutzungsflächen indes für die Familie Schlünzen haben, die in
Nienrade einen eigenen Hof samt Ferienwohnungen betreibt. Mit einer Acker- und Grünlandfläche von insgesamt 255 Hektar ausgestattet, könnte eine Verteuerung der Landpreise erhebliche Auswirkungen auf ihren Betrieb haben. Erschwerend hinzu kommt, dass die Bestandstrasse nur einige hundert Meter vom Hof entfernt verläuft. „Aber auch diejenigen, die weiter weg wohnen, sollen nicht denken, dass sie das Thema nicht betrifft“,
ist sich Betriebsleiter Lutz Schlünzen sicher. Würde die Bestandstrasse bei einem möglichen Ausbau auch nur um einen Meter verlassen werden, hätten die Anwohner Anspruch auf Ausgleichsflächen. Dies würde wiederum zu einer Verknappung des landwirtschaftlich nutzbaren Boden führen.

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