Malente : Bau-Misere beim Flüchtlingsheim

Die Aussicht vom Dachgeschoss aus soll fantastisch sein. Doch eine Wohnung lässt sich hier aus Brandschutzgründen nicht realisieren.
Die Aussicht vom Dachgeschoss aus soll fantastisch sein. Doch eine Wohnung lässt sich hier aus Brandschutzgründen nicht realisieren.

Bei der Beratung des Nachtragshaushalts zeigte sich: Das Haus in der Godenbergstraße wird noch einige 100 000 Euro verschlingen. Der Brandschutz schränkt zudem später Nutzungsmöglichkeiten ein.

shz.de von
03. September 2018, 17:07 Uhr

Jahr für Jahr defizitäre Haushalte zu verabschieden, ohne dass ein Konsolidierungskonzept vorliegt: Das will die Malenter SPD-Fraktion nicht länger mitmachen. Man halte die Beratung künftiger Haushalte erst für sinnvoll, wenn ein solches Konzept verabschiedet sei, hieß es in einer Erklärung, die Martina Kardell bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses vortrug.

Einstweilen stimmte die SPD jedoch wie alle anderen Fraktionen dem 1. Nachtragshaushalt zu. Und der weist zumindest eine erfreuliche Tendenz auf. Die laufenden Einnahmen steigen um rund 400 000 Euro auf 17,7 Millionen Euro, während die Ausgaben um 1,2 auf 19,4 Millionen Euro sinken. Damit sinkt das Defizit von 3,3 auf 1,7 Millionen Euro, von denen eine Million Euro aus den Vorjahren stammen.

Die Kreditaufnahme für Investitionen steigt im Nachtrag dagegen um rund 500 000 auf 2,9 Millionen Euro. Ein Großteil davon soll in die Flüchtlingsunterkunft am Godenbergredder fließen. Die ursprünglich eingeplanten 1,2 Millionen Euro für die Fertigstellung steigen um rund 400 000 Euro, die aber einen Sperrvermerk erhielt. Weitere 0,3 Millionen Euro für eine Dachsanierung will man in den nächsten Jahren bereitstellen, sofern es Fördermittel gibt. Angesichts eines Wassereinbruchs im Keller seien weitere Mehrkosten nicht auszuschließen, deutete der kommissarische Bauamtsleiter Fred Knaack an. Ärgerlich: Das Dachgeschoss mit herrlichem Ausblick über Malente kann nicht ausgebaut werden, weil dann insgesamt ein deutlich höherer Brandschutz nötig wäre. „Das Konzept einer Nachnutzung ist dadurch deutlich eingeschränkt“, bedauerte der Ausschussvorsitzende Wilfred Knop (FDP).

Die Kosten für den Neubau des Gerätehauses in Kreuzfeld steigen auf eine Million Euro. Allerdings stehe jetzt eine Landesförderung von bis zu 300 000 Euro in Aussicht, hieß es von der Kämmerei. Wegen Personalmangels im Bauamt wird der Ausbau von Bruhnskoppeler Straße und Weg für insgesamt gut 300 000 Euro verschoben. Die Fördermittel stünden aber auch im nächsten Jahr noch bereit hieß es von der Verwaltung.

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