Eutin : Bataillon "verliert" die 5. Kompanie

Ein goldgelbes reflektierendes Band  händigte der Kommandeur (links)  jedem Angehörigen des Bataillons aus. Foto: krauskopf
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Ein goldgelbes reflektierendes Band händigte der Kommandeur (links) jedem Angehörigen des Bataillons aus. Foto: krauskopf

Nach Aussetzung der Wehrpflicht gibt es bei den Aufklärern keine Rekrutenausbildung mehr / Appell mit vielen Verabschiedungen

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29. September 2012, 09:26 Uhr

Eutin | Viele Verabschiedungen und Beförderungen gab es gestern bei einem Appell des Aufklärungsbataillons 6 "Holstein" in der Rettberg-Kaserne. In die Rubrik Abschied gehört die Übergabe des Kommandos der 5. Kompanie: Hauptmann Sascha Bader geht nach Munster, Oberleutnant Alexander Klebba übernimmt die Reste der nach Alt-Duvenstedt ausgelagerten Kompanie bis zu ihrer Auflösung in sechs Monaten.

Die Tage der fünften sind gezählt, weil sie für die Ausbildung der Rekruten zuständig war. Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht bildete das Bataillon keine Rekruten mehr aus. Künftig kommen, wie Kommandeur Richard von Stetten sagte, nur noch Soldaten nach Eutin, die an anderen Orten ausgebildet worden sind. "Das heißt für uns, dass wir nicht wissen, was sie können."

Aktuelle sei das Bataillon von der Tatsache geprägt, dass Soldaten in Afghanistan und im Kosovo sind, außerdem gehe ein drittes Kontingent in Kürze nach Afghanistan. Im kommenden Jahr stehe der Beginn umfangreicher Bauarbeiten in der Kaserne bevor.

Unter Hinweis auf einen Einbruchsversuch am Mittwoch (wir berichteten) forderte der Oberstleutnant alle Soldaten zu großer Wachsamkeit auf. "Wachdienst ist der Einsatz in Friedenszeiten."

Zu acht Soldaten, die aus dem Bataillon verabschiedet wurden, gehörte der Oberstabsfeldwebel Hans-Otto Hebeln, der in den Ruhestand geht. Er gehörte zur Mannschaft für den Boeselager-Wettbewerb. Dieser internationale Vergleichswettkampf wurde bis 1996 unter Panzeraufklärern der Nato ausgetragen. Als ihn 1988 die Eutiner ausrichteten, nahmen 24 Teams aus elf Nationen teil.

In andere Standorte verabschiedet wurden gestern Hauptmann Thomas Hensel und Gerd Neelsen, Dirk Putscher sowie Stefan Zimmermann (alle Oberleutnant), ins Zivilleben entlassen wurden Maximilian Voigt und Peter Schwarz (beide Fähnrich). Eine Urkunde für 25-jähriges Dienstjubiläum erhielt Stabsfeldwebel Torsten Kahl. Zum Oberfeldwebel befördert wurden Steffen Kroll, Tom Rüdiger Wolski, Thomas Engelmann, Johannes Ebeling, Martina Sommer, Christian Glier und die Reservisten Moritz Georg Koitka und Niklas Bollow.

Der Appell endete mit

einer Geschenkeverteilung: Der Oberstleutnant gab jedem Soldaten ein reflektierendes, flexibles Band mit Wappen und in der Farbe der Aufklärer (goldgelb), das bei Dunkelheit eine bessere Sichtbarkeit und mehr Sicherheit gewährleisten soll. Ihm sei aufgefallen, berichtete von Stetten, dass die Soldaten bei Dunkelheit in ihren Tarnanzügen zum Beispiel auf dem Weg zum Bahnhof für Autofahrer kaum zu sehen seien. Deshalb habe er 1000 Leuchtbänder bestellt.

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