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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 11:31 Uhr

Basstölpel auf Helgoland

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 16:27 Uhr

Basstölpel sind in Wirklichkeit weder Tölpel, noch singen sie mit einer Bassstimme. „Der für die etwa gänsegroßen Seevögel merkwürdige Name ist eher von der bekanntesten Brutkolonie für Basstölpel, auf dem ,Bass Rock‘, einem großen Felsen vor der Ostküste Schottlands, abgeleitet“, schreibt der Malenter Naturfotograf Manfred Philipp, der die Vögel auf Helgoland ablichtete. Der Anhang „Tölpel“ beziehe sich wohl auf ihren an Land etwas unbeholfen erscheinenden Gang.

Die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland beherberge seit 1991 auch die einzige Brutkolonie der imposanten Seevögel in der Nordsee. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer könne man dort die geselligen Vögel beobachten und fotografieren. Ein Ausflug mit dem Schiff von Büsum aus lohne sich also.

Basstölpel bauten auch auf Helgoland ihre spartanischen Nester auf wahrlich sehr kleinen Vorsprüngen der dort steil aufragenden Felswände, etwa an der „Langen Anna“. Sie legten Vorsprünge oder Mulden an den Felswänden die mit kargem Nistmaterial, bestehend aus vertrockneten Grashalmen, Seetang oder Algenresten aus, damit das einzige Ei – nur selten sind es zwei – nicht wegrollen könne. „In mindestens der Hälfte der Nester befinden sich leider auch erhebliche Mengen aus dem Meer gefischten Plastikmaterials sowie Reste von Fischernetzen, in denen sich die Vögel oftmals verfangen und dann qualvoll sterben.“

Erwachsene Basstölpel haben ein schneeweißes Gefieder, das an Hals und Kopf elegant okerfarben ist. Der große, markant gezeichnete Schnabel sowie die Augenpartie erscheinen hingegen bläulich bis cyanfarbig.

Basstölpel sind sogenannte Stoßtaucher, die sich im Fluge pfeilartig bis zu drei Meter tief ins Meer stürzen und dort mit dem kräftigen Schnabel ihre bevorzugte Beute – Heringe und Makrelen, aber auch andere Fische – erjagen und gleich unter Wasser verschlucken. Kurz vor dem Eintauchen legen sie ihre langen, schmalen Flügel eng an den Körper an und erreichen dadurch eine Eintauchgeschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.

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