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Projekt “Ostholstein erlebbar für alle“ : Barrierefreiheit nützt allen Menschen

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein erstes Treffen der Projektpartner von „Ostholstein erlebbar für alle“ hat stattgefunden. In Kürze beginnt die Ausbildung von Beratern, und in vier Kommunen soll die Arbeit richtig losgehen

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erstellt am 26.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Bisher sind es vier Städte und Gemeinden: Oldenburg, Ratekau, Heiligenhafen und Bosau haben mit dem Projekt „Ostholstein erlebbar für alle – bereit für Inklusion und Barrierefreiheit“ eine feste Kooperation vereinbart. „In den vier Kommunen soll die Arbeit jetzt richtig losgehen“ brachte Susanne Voß, Vorstand der Lebenshilfe Ostholstein, das Ziel des ersten Projekttreffens auf den Punkt.

Das von der Aktion Mensch geförderte Projekt der Lebenshilfe Ostholstein, bei dem auch die Aktivregion Wagrien-Fehmarn, der Beirat für Menschen mit Behinderung Ostholstein, das
Gesundheitsnetz östliches Holstein, die Fachschule für Sozialpädagogik Lensahn und die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein zu den Partnern zählt, bildet ehrenamtliche Expertenteams für Barrierefreiheit aus. Diese werden die Kommunen in kostenlos beraten.

Am Wochenende findet die erste Ausbildung der Berater statt. 20 Freiwillige haben sich gemeldet. Sind die Schulungen abgeschlossen, stellen sich die Berater in den Partnergemeinden vor und beginnen mit ihrer Bestandsaufnahme. Als fachliche Begleitung hat die Lebenshilfe Marion Moser verpflichtet, Mitarbeiterin von „Cedos“. Die österreichische Organisation hat in der Steiermark ein Netzwerk mit rund 80 barrierefreien Gemeinden aufgebaut und einen datenbankbasierten Check für Barrierefreiheit entwickelt.

Diesen hatte Marion Moser im Januar vergangenen Jahres Kommunalpolitikern in Neustadt vorgestellt. Diese Herangehensweise überzeugte Bürgermeister Mario Schmidt, dass die Gemeinde Bosau Projektpartnerin werden sollte: „Das ist ein standardisiertes Verfahren, es ist ein routinierter Partner und ein seriöser Projektträger. Außerdem muss man nicht erst 50 000 Euro für ein Gutachten ausgeben“, gab er mit Blick auf die Haushaltslage offen zu.

Anstoß sei aber besonders die Erkenntnis gewesen, dass die Bevölkerung auch in Bosau immer älter werde. „Von Barrierefreiheit profitieren alle“, betont Projektleiterin Lena Middendorf, „der ältere Mensch genauso wie die jungen Eltern mit Kinderwagen“. Ein Beispiel aus Oldenburg macht deutlich, wie Recht sie damit hat. Pflaster im Wallmuseum war zwar optisch passend, aber nicht barrierefrei, sagt Michael Schoer, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt: „Daran hatte damals einfach niemand gedacht“. „Wir können Ihnen helfen, bestimmte Fehler nicht zu machen“, erklärt Lena Middendorf den Sinn von Expertenteams.

Ein Umdenkprozess hat bereits eingesetz, belegt ein Planungsverfahren in Ratekau: „Wir sind wach geworden“, berichtet Gemeindevertreter Bruno Schwennesen. Bei der Planung einer neuen Kindergartengruppe sei der Behindertenbeauftragte von Anfang an mit einbezogen worden.

Sinn des Projektes sei nicht, mit erhobenem Zeigefinder aufzutreten, sondern zu zeigen, was möglich ist, stellt Lena Middendorf klar und verweist auf einen ersten kleinen Erfolg in Oldenburg: In Kooperation mit dem Filmclub des Jugendzentrums sind Fotos zum Thema Barrierefreiheit entstanden, die vom 7. Mai an im Stadtcafé Oldenburg ausgestellt werden. Middendorf: „Das ist eine Auseinandersetzung vor Ort, wie wir sie uns wünschen.“

 

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