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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 14:22 Uhr

Neujahrsempfang : Banger Blick auf die Finanzen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Plöns Bürgermeister Jens Paustian bereitet die Bürger beim Neujahrsempfang der Stadt auf harte Konsolidierungsschritte vor.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Erstmalig haben Bürgervorsteher Dirk Krüger und seine Frau Claudia etwa 250 Gäste beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Plön und der Marineunteroffiziersschule (Mus) in den Räumen der Förde-Sparkasse empfangen. Auch für Paavo, Juhani und Ulrika, die Kinder von Bürgermeister Jens Paustian und seiner Frau Ulrike, war es eine Premiere, die sie neben dem Mus-Kommandeur Kapitän zur See Thomas Schütze mit Frau Marianne wacker durchhielten.

„Die Haushaltslage der Stadt Plön bleibt weiterhin besorgniserregend“, sagte Paustian mit Blick auf das Zensus-Ergebnis. Es habe neben der Kommunalwahl und der Vorbereitung zur Übernahme der Verwaltungsgeschäfte der Gemeinden Bösdorf und Ascheberg die Stadt 2013 am meisten beschäftigt. Mit Jahresbeginn zeichnet die Stadt für 8686 Plöner Bürger sowie 4700 Bösdorfer und Ascheberger Einwohner die Verwaltungsverantwortung.

Die Auswirkungen des Zensus könnten die Spitzenverschuldungen von 1998 erneut toppen. Denn zurzeit würden rund 40 Prozent der städtischen Aufwendungen durch Kredite finanziert, sagte Paustian und schloss eine Verdoppelung der Kredite auf rund zehn Millionen Euro in wenigen Jahren nicht aus. Um der Fehlbedarfsentwicklung entgegenzuwirken, seien harte Konsolidierungsschritte zwingend erforderlich, betonte Paustian.

Aus dem Tourismus berichtete Paustian Positives: Bis September 2013 wurden 123 373 Übernachtungen notiert – ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Provisionseinnahmen beim Bahnkartenverkauf der Tourist-Info stiegen bis August um sieben Prozent. Mehr als 60 000 Gäste besuchten die NDR-Landpartie im Schlossgebiet, und etwa 5500 Gäste kamen zu 400 Stadtführungen. Außerdem gehörten altbewährte Veranstaltungen wie das Stadtbuchtfest, das Jazz-Festival, das Biker-Event, das Weinfest sowie die feierlichen Gelöbnisse auf dem Marktplatz zu den Höhepunkten.

Die öffentlichen Vereidigungen sowie Mus-Beteiligungen auf der Biberhöhe und beim Stadtbuchtfest sowie das hauseigene Wohltätigkeitskonzert, das Oktoberfest und der Tag der offenen Tür bekräftigten eine enge Verbundenheit zwischen Stadt und Mus, betonte Kapitän zur See Thomas Schütze. Wie schon Jens Paustian lobte der Mus-Kommandeur die Qualitäten der Feuerwehr unter Führung von Horst Stüwe und Kai Böhrens. „Ihr Rat war in der Vorbereitung des Hochwassereinsatzes – eine für die Mus nicht alltäglich Aufgabe – extrem wertvoll“, dankte Schütze der Feuerwehr.

„Die Vielzahl der Einsatzgebiete zeigt, dass Deutschland politisch wie militärisch Verantwortung trägt und internationale Einsätze und Missionen an der Seite unserer Bündnispartner weiter zum Alltag der Bundeswehr gehören werden“, sagte Schütze. Im abgelaufenen Jahr bildete die Mus mehr als 3200 Soldaten in 22 unterschiedlichen Lehrgängen für ihre Aufgaben aus.

Schütze erinnerte zugleich an die insgesamt 4801 Soldatinnen und Soldaten, die zurzeit im Auslandseinsatz sind. Sie versehen ihren Dienst unter anderem am Horn von Afrika, auf Zypern, im Libanon, im Sudan und auf Mali. Allein 3100 Frauen und Männer sind in Afghanistan, 702 im Kosovo und 315 in der Türkei an der Grenze zu Syrien stationiert.

Auch unter der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen werde der bisherige Kurs beibehalten, sagte Schütze. Vielleicht werde aber zukünftig sogar ein wenig mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Dienst oder auf die Lebensumstände des einzelnen Soldaten gelegt.

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