Bahnübergang ein Jahr im Handbetrieb

Viermal pro Stunde müssen Schrankenwärter die Bundesstraße mit Flatterband absperren. Foto: ge
Viermal pro Stunde müssen Schrankenwärter die Bundesstraße mit Flatterband absperren. Foto: ge

Im Juni hat ein Blitz das Blinklicht in Ascheberg zerstört - die Reparatur zieht sich

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04. Januar 2013, 08:20 Uhr

Ascheberg | Im Juni 2012 ist ein Blitz in den Bahnübergang Ascheberg (Kreis Plön) eingeschlagen - seitdem werden Absperrbänder über die Straße gezogen, wann immer ein Zug heranrauscht. Noch bis zum Sommer wird das so bleiben, denn die Deutsche Bahn braucht ein ganzes Jahr für die Reparatur der Anlage an der Bundesstraße 430.

Die Schrankenwärter haben sich mittlerweile häuslich eingerichtet. Warteten sie zunächst im Wagen auf den nächsten Zug, gibt es jetzt im Winter einen beheizten Bauwagen und ein Baustellen-Klo. Vier Mal pro Stunde ziehen sie in ihren Warnwesten das Absperrband hinter sich her und hängen es auf der anderen Straßenseite ein.

Was ist so schwer daran, ein Blinklicht zu reparieren? Sabine Brunckhorst, Sprecherin der Deutschen Bahn AG: "Die Technik stammt aus den 60er Jahren, es gibt dafür leider keine Ersatzteile mehr."

Nach dem Blitzschlag war die Elektrik der Anlage repariert worden. Blinklicht und Schranken funktionierten danach wieder - nur nicht mehr zuverlässig. Regelmäßig seien Fehlermeldungen bei der Fahrdienstleitung aufgelaufen, so Brunckhorst. Nur ein Austausch von Bauteilen habe helfen können. "Aber die sind wie gesagt nicht mehr zu bekommen."

Abgesperrt wird mit großer Sicherheitsreserve. Fährt ein Zug vom Plöner Bahnhof los, wird in Ascheberg bereits der Übergang zugezogen. Warteten Autofahrer vor dem Blitzschlag nur rund eine Minute, sind es nun sechs.

Die Lösung: Der Übergang soll von Grund auf neu gebaut werden. "Wir müssen ganz neu planen, und das ist anders als bei einem Gartenhäuschen", erklärt Brunckhorst. Nach den Berechnungen vor Ort müsse das Eisenbahnbundesamt die Planungen genehmigen, danach würden alle Teile individuell gefertigt.

"Das kostet Zeit", sagt Brunckhorst. "Soll ein unbeschrankter Bahnübergang mit Schranken nachgerüstet werden, dauert das in der Regel drei Jahre." Soll heißen: In Ascheberg wird mit höchstem Tempo gearbeitet. Kosten wird die neue Anlage 350 000 Euro. Die alten Schranken sind bereits abgebaut, die Blinklichter stillgelegt. Und auch die Tiefbauarbeiten haben schon begonnen.

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