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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 10:59 Uhr

Bäume weichen für die Sanierung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die gut 30 Jahre alten Rotdorne fielen gestern Morgen vor Geschäftsbeginn in der Peterstraße / Fällaktion habe nichts mit BI-Treffen zu tun

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 00:27 Uhr

Kurz nach 7 Uhr gestern morgen knatterten die Motorsägen in der Peterstraße. Das vierköpfige Team des Baubetriebshofes „legte“ einen Baum nach dem anderen auf das Pflaster – nach dem immer gleichen Muster: Erst wurde der Stamm so dicht am Boden abgesägt, wie möglich, dann vom liegenden Baum die Krone mit geübten Schnitten entfernt. Es dauerte keine zwei Stunden bis die Peterstraße auf diese Weise ein völlig neues Gesicht bekam.

„Jetzt sieht alles so kahl aus“, sagte eine Passantin. „Warum sägen Sie die ganzen Bäume ab? Muss das sein?“, wollte eine andere Dame auf dem Weg zur Arbeit wissen und nickte nur, als der städtische Mitarbeiter ihr freundlich erklärte „wir sind auch nur ausführende Kraft“. Die Entscheidung für das Fällen der Bäume noch vor der Veranstaltung der Bürgerinitiative, die eigentlich das gewohnte Stadtbild mit eben diesen Rotdornen erhalten wollte, sehen einige als blanken Hohn. „Das ist doch Absicht“, sagte ein betagter Herr, der viel Ärger über die Aktion äußern wollte aber nicht seinen Namen. Aber Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt hält auf Nachfrage dagegen: „Die Baumfällarbeiten in dieser Woche waren lange vor Bekanntwerden der Veranstaltung heute Abend terminiert. Es handelt sich um vorbereitende Maßnahmen für die Stadtsanierung und gefällt werden darf nur bis ersten März.“ Was geschieht jetzt eigentlich mit dem Holz? „Das kommt zu uns auf den Baubetriebshof und wird Brennholz“, erzählt ein Mitarbeiter während er mit den eingewachsenen Lichterketten an den Ästen kämpft. „Das hier“, fügt er mit Blick auf die Lichterketten-Äste hinzu, „wird wohl nur noch Müll sein, das kriegen wir nicht mehr ab.“ Er habe insgesamt mit noch mehr verbaler Gegenwehr gerechnet – bei der Fällaktion vor der Kreisberufsschule wie auch gestern in der Peterstraße. Das sie, bis auf ein paar Kommentare ausblieb, freute ihn und seine Kollegen. „Wir sind schließlich nicht dafür verantwortlich, das waren andere.“ Er habe sich mit seinen Kollegen nur beeilen wollen, so schnell wie möglich fertig zu sein, um den Geschäftsbeginn der Kaufleute nicht zu stören. Das habe geklappt, kurz nach
9 Uhr lagen nur noch wenige Stämme auf der Peterstraße.

„Ungewohnt“, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst bei diesem Anblick, „aber es werden ja auch wieder neue gepflanzt“. Die Zieräpfel kommen laut Stein-Schmidt direkt aus der Baumschule nach der Sanierung. Angesprochen auf die Veranstaltung der BI zum Erhalt der historischen Innenstadt am Abend sagte Holst: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass eine Initiative versucht, Stadtentwicklung zu betreiben. Die Entscheidungen sind in den Gremien vor langer Zeit gefallen.“

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