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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 15:17 Uhr

Bäckerei-Angestellte warten auf Angebot

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn / Tarifvertrag im Juni ausgelaufen

Dicke Luft herrsche in den Backstuben in Ostholstein: Schon seit Juni warteten rund 860 Bäckerei-Angestellte im Kreis auf mehr Geld. „Vom Bäcker-Gesellen über die Verkäuferin bis zum Brotlieferanten – die Beschäftigten erleben eine echte Hängepartie“, sagt Dirk Himmelmann, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Lübeck.

Die NGG Lübeck fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent für das Bäcker-Handwerk. Ein erfahrener Geselle hätte dann, wie es in einer Pressemitteilung heißt, am Monatsende rund 113 Euro brutto mehr in der Tasche. „Bislang haben die Arbeitgeber allerdings noch kein akzeptables Angebot vorgelegt“, so Himmelmann.

Rund um die Backöfen im Kreis Ostholstein habe sich das ohnehin schon heiße Klima zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern in den vergangenen Wochen weiter aufgeheizt. „Denn schon seit Juni gibt es keinen Tarifvertrag für das Bäcker-Handwerk in Schleswig-Holstein mehr. Für die Beschäftigten bedeutet das Unsicherheit im Job. Und für die Arbeitgeber ist es der Versuch, sich um die längst überfällige Lohnerhöhung zu drücken. Sie spielen auf Zeit“, sagt Dirk Himmelmann.

Darüber hinaus wirft die NGG der Bäcker-Innung Nord vor, einen Großteil der Beschäftigten vom Lohn-Plus abkoppeln zu wollen. „Wenn es nach den Arbeitgebern geht, sollen Ungelernte und Hilfskräfte in der Produktion keinen Cent mehr verdienen“, betont Himmelmann. Ein Streitpunkt sei zudem, wann es mehr Lohn geben soll: Die NGG hatte bei den laufenden Tarifverhandlungen ursprünglich eine rückwirkende Lohnerhöhung ab Juni gefordert. Die Bäcker-Innung Nord wolle dagegen über einen höheren Lohn ab September reden, so die NGG Lübeck.

„Viele Bäcker im Kreis Ostholstein fragen sich, warum eine deutliche Lohnerhöhung in anderen Bundesländern längst beschlossen ist – nur nicht in Schleswig-Holstein“, sagt der Gewerkschafter. Sollten die Arbeitgeber weiter auf stur schalten, werde man den Druck erhöhen, kündigt Himmelmann an. Am kommenden Montag
(17. August) würden die Verhandlungen in der dritten Runde fortgesetzt.

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erstellt am 10.Aug.2015 | 11:48 Uhr

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