Eutin : B 76: „Wir liegen gut im Plan“

Bauleiter Ronald Lusga hat alles im Blick.
Bauleiter Ronald Lusga hat alles im Blick.

Die Arbeiten an der Mammutbaustelle B 76 laufen auf Hochtouren. Bisher spielt das Wetter mit. Bauleiter Ronald Lusga ist kurz vor der Halbzeit zufrieden.

shz.de von
21. Juli 2015, 10:52 Uhr

Es erklingt ein beständiges Piepen, gepaart mit Lkw-Brummen. Wie am Fließband fahren die Laster rückwärts bis an den sogenannten „Beschicker“, kippen das Bitumengemisch in den riesigen Behälter und machen Platz für den nächsten. Vom „Beschicker“ aus wird die heiße, klebrige Masse über ein Förderband an die Apshaltiermaschine übergeben, die auf der programmierten Straßenbreite von 8,20 Meter das Material gleichmäßig dick verteilt und in einem zweiten Arbeitsschritt vorverdichtet. Alle
Arbeitsprozesse geschehen rollend, selbst der Laster, der gerade entlädt, wird von
der Maschinenkombination langsam nach vorn geschoben. Eine Lkw-Ladung reicht für rund 15 Meter Straße. „Auf dem laufenden Meter verarbeiten wir rund 1,7 Tonnen. 20  000 Tonnen Material verarbeiten wir insgesamt“, sagt Bauleiter Ronald Lusga. Er ist zufrieden mit dem Fortgang der Baustelle und seinen Männern. „Wir liegen gut im Plan. Ob wir eher fertig werden, lässt sich jetzt noch nicht sagen.“ Zu viele Komponenten müssen beim Straßenbau berücksichtigt werden. Allen voran das Wetter.

Gestern Morgen schüttete es wie aus Eimern. Lusga wusste das schon Montagabend. „Ich habe zig Apps, um mich über das Wetter zu informieren und die ständig im Auge“, sagt er. Deshalb konnte er im Mischwerk das Material für neun Uhr bestellen. „Sonst beginnen wir schon um acht Uhr.“ 24 Laster pendeln bis Dienstende zwischen dem Mischwerk in Wahlstedt und dem Abschnitt der B  76-Baustelle in Eutin. „Spontan aufhören geht da nicht, das muss alles geplant sein. Denn das fertig gemischte Material muss eingebracht werden.“ Andernfalls drohen Verluste.

30 Prozent der abgefrästen zehn Zentimeter zwischen der Eutiner Abfahrt Industriegebiet und der Abfahrt Neudorf werden kleinstmöglich zerbröselt in der Binderschicht wieder auf die Straße gebracht. In der Asphaltdeckschicht liegt der Anteil bei 20 Prozent. Lusga: „Zehn Zentimeter haben wir abgefräst, zwölf bringen wir insgesamt wieder auf.“

Ob die Stärken der einzelnen Schichten stimmt, überprüfen die Arbeiter regelmäßig. Zur Endabnahme werden Bohrkerne vom Auftraggeber Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr gezogen. „Da wird die Qualität unserer Arbeit überprüft, ob die vorgeschriebene Schichtdicke eingehalten wurde und auch der Verdichtungsgrad“, erklärt Lusga. Auch im Vorwege der Arbeiten wurden Bohrkerne gezogen, die den Unterbau der Straße nach ihren rund 20 Jahren noch für gut befunden haben. Deshalb wird derzeit nur die Trag- und Deckschicht erneuert.

Läuft alles nach Plan, soll die Binderschicht auf der gesamten Strecke bis Ende der Woche aufgebracht sein, in der nächsten Woche die Asphaltschicht folgen. Lusga: „Dann ist die Straße aber noch lange nicht fertig. Die Versiegelung an den Seiten gegen Wassereintritt, die Bankette, die Leitpfosten müssen wieder aufgestellt werden und, und, und.“ Vom 7. bis 8. August soll dann die Abfahrt Eutin-Neudorf gesperrt und erneuert werden. Spielt das Wetter an diesem Wochenende nicht mit, fallen die Arbeiten zusammen mit dem 31. Stadtfest (14.-16.Aug.).

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