Azubis stellen Schülern Berufe vor

Berichteten über ihre zukünftigen Berufen oder von ihren Praktika: Auszubildende und Schüler.   juk 
Berichteten über ihre zukünftigen Berufen oder von ihren Praktika: Auszubildende und Schüler. juk 

Fast zwei Jahrzehnte schon kommen Unternehmen und die Wilhelm-Wisser-Schule zusammen, damit der Weg in die Berufswelt leichter wird

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27. Februar 2018, 11:01 Uhr

Den Beruf des Bankkaufmanns oder der Automobilkauffrau gibt es nach wie vor, die Krankenschwester heißt inzwischen Gesundheits- und Krankenpflegerin und den Fachinformatiker gibt es auch als Ausbildungsberuf. Das zeigt, das Projekt Azubi/Schüler bildet auch nach 19 Jahren die Entwicklung der regionalen Berufswelt ab.

In der Wilhelm-Wisser-Schule stellen Auszubildende noch bis heute Berufe vor – begleitet von Neuntklässlern der Schule, die ihnen zwei Tage im Unternehmen über die Schulter geschaut hatten. Zwei Schüler berichten von ersten Programmierungen bei dem Eutiner Software-Hersteller Timber Tec. Nach dem sie Grundrechenvorgänge eines Taschenrechners nachvollzogen hatten, lernten sie erste Programmierungen eines einfachen Computer-Spiels kennen – und entdeckten dabei, wie sie sagen, dass bei der Eingabe eines negativen Zahlenwerts die geometrische Figur macht, was im Spiel nicht sein darf, durch sich selbst zu laufen, die Farbe des Futters anzunehmen oder auch des Hintergrunds.

An die 120 Schüler der Wilhelm-Wisser-Schule erfahren im Rahmen des Projekts von mindestens acht Berufsbildern in acht Betrieben oder Behörden. Über die Vielfalt der Berufe in der Sparkasse Holstein berichtete Shoun Schröder (21). Der Auszubildende war für zwei erkrankte Kollegen und zwei Schüler, die gestern eine Klausur schrieben, eingesprungen.

Die Schüler Mirac (16) und Milena (15) gewannen die Erkenntnis, den im Projekt ausprobierten Beruf nicht aufgreifen zu wollen. „Ich möchte weiter zu Schule gehen“, sagten beide.

Das Projekt aus zwei Perspektiven kennt Juliane Schnatter (20) der Sana-Klinik. Die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin besuchte die WWS. Den Beruf habe sie aber schon in der 8. Klasse lernen wollen.

Hinter dem Projekt steht der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft, der seit 1999 an der Wisser-Schule potenzielle Auszubildende und Unternehmen zusammenbringt. Dieses Mal sind „Schröder Bestattungen“ neu dabei. Lehrer Benjamin Groß, der mit seinem Kollegen Joachim Rehbein das Projekt betreut, ist zufrieden mit dem Ablauf. „Wir wollen, dass die Neuntklässler mit einem Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss möglichst viele Berufsbilder kennenlernen.“ Das gelinge nach wie vor. Die Unternehmensvertreter Petra Barthel, Jessica Weiland und Jörn Räther sehen das genau so. Nicht nur, weil sowohl der Eutiner Autohändler Süverkrüp und Ahrendt, der Softwarehersteller Timber Tec und der Malenter Magnet- und Systemspezialist Kendrion-Kuhnke mehrfach Auszubildende über das Projekt fanden, sondern auch, weil sich das Projekt dank der Schüler zeitgemäß entwickelt, wie sie sagen. Das werde unter anderem in den sich ändernden Präsentationen deutlich, die jedes Jahr ein wenig anders seien.

In der kommenden Woche werden sich alle Beteiligten im Eutiner Rathaus treffen. Im Rahmen einer „Feedback-Runde“ können Änderungswünsche für das nächste Jahr besprochen werden. Heute wollen Auszubildende der Stadtverwaltung Eutin, von Polizei, Kendrion-Kuhnke und „Schröder Bestattungen“ den Schülern berichten.

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