Eutin/Malente : Azubis helfen bei der Berufswahl

Bei Kendrion-Kuhnke trafen sich 14 Schüler und 15 Azubis, um sich kennenzulernen und Termine für das Praktikum zu verabreden.
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Bei Kendrion-Kuhnke trafen sich 14 Schüler und 15 Azubis, um sich kennenzulernen und Termine für das Praktikum zu verabreden.

Kooperationsprojekt: Wisser-Schüler informieren sich in Malente bei Auszubildenden aus Wirtschaft, Polizei und Verwaltung.

shz.de von
04. Dezember 2018, 12:50 Uhr

Verwaltungslaufbahn, Gesundheits- und Krankenpflege, Bankensektor oder Polizei: Welchen Berufsweg werden Jugendliche später einschlagen? Um Schülern die Entscheidung zu erleichtern, riefen die Eutiner Wilhelm-Wisser-Schule und Unternehmen der Region vor 20 Jahren das Kooperationsprojekt „Schüler/Azubi“ ins Leben. Am Montag trafen sich beim Malenter Technologiezulieferer Kendrion-Kuhnke 14 Schüler und 15 Auszubildende (Azubis) von Stadtverwaltung, Polizei, Kendrion-Kuhnke, Sparkasse Holstein, Sana-Klinik sowie der Software-Firma Timbertec und dem Autohändler „Süverkrüp und Ahrendt“, um einander kennenzulernen und Termine zu vereinbaren.

Ziel ist, dass Schüler der 9. Klassen für einen bis vier Tage einen Azubi im Betrieb begleiten, darüber gemeinsam eine Präsentation erarbeiten und diese als Multiplikatoren am 18. und 19. März ihren Mitschülern vorstellen. Generalprobe vor Ausbildern und Lehrern ist am 6. und 7. März. Die Lehrer Benjamin Groß und Joachim Rehbein sowie Ausbildungsleiterin Kathrin Grahl und Ausbilder Jörn Räther (beide Kendrion-Kuhnke) organisierten den Auftakt. Der Betrieb bilde Mechatroniker und Industriemechaniker aus, erläuterte Räther. Er schätzte, dass in den Jahren etwa 60 Schüler ein Praktikum bei Kendrion-Kuhnke gemacht haben.

Melissa Schramm (14) und Lea-Sophie Prehn (16) zieht es eher in die Gesundheits- und Krankenpflege. Bei Max-Lasse Hamann (21), Afna Poku-Bota (22) und Tjana Prochnow (21) informierten sie sich über Ausbildung und Berufsalltag. „Mein Traumberuf ist Rettungsassistentin, ich will anderen Menschen helfen“, meinte Lea-Sophie. Melissa erzählte, sie sei schon öfter in der Sana-Klinik gewesen. So sei die Idee entstanden, Krankenschwester zu werden. „Es macht super Spaß, generell ist das Personal in der Pflege knapp“, berichtete Afna. Tjana findet es schade, dass oft nicht so viel Zeit für den einzelnen Patienten bleibe: „Man möchte alles perfekt anwenden.“ Mit ihrer Ausbildung könnten sie überall arbeiten, sind sich die beiden jungen Frauen sicher. Man sollte aber examiniert sein, wenn man sich für die Pflege entscheide, sagt Tjana. Max hat zuvor schon Pflegeassistent gelernt und in einem Heim für Menschen mit geistigen Einschränkungen gearbeitet. Dort habe er zwölf Bewohner versorgt. Das sei körperlich anstrengend gewesen.

Lotta Karp und John Albrecht (beide 14) lassen sich von den Polizeiobermeisteranwärtern der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und Bereitschaftspolizei (PDAFB), Alexander Dallmeyer (20) und Katharina Karge (22), Wissenswertes über den Polizeiberuf erzählen. „Es ist ein vielfältiger Job mit viel Sport, und man kann viel erleben“, nennt Lotta als Ansporn für ihre Wahl. Auch John möchte gern Polizist werden. Er verspreche sich viel Abwechslung, und dass man nicht jeden Tag dasselbe mache. Alexander erzählt vom Einstellungsverfahren und davon, wie abwechslungsreich die Arbeit sei. „Ich könnte nicht jeden Tag vor dem PC sitzen und mache gerne Sport.“ Auch die Kollegialität untereinander sei „cool“, meint Alexander. „Mein Vater ist Polizist, ich habe mir schon als Kind nichts Besseres vorstellen können, das möchte ich mein Leben lang machen“, begeistert sich Katharina. Man lerne verstehen, was Teamwork bedeute.

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