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Awo-Kita will vor Ort kochen – Umbau zu teuer für Gemeinde?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 16:10 Uhr

Auf wenig Begeisterung ist der Malenter Awo-Kindergarten am Donnerstagabend im Sozialausschuss mit seinem Anliegen gestoßen, mit dem derzeitigen im Bau befindlichen Anbau auch eine sogenannte Kochküche anstelle einer reinen Ausgabeküche zu verwirklichen. Eine Entscheidung soll nun am Dienstag, 23. Mai, im Hauptausschuss fallen.

Der Sozialausschuss hatte vor allem die zu erwartenden Mehrkosten im Blick. Allein für die Küchenausstattung werden in der Verwaltungsvorlage 53  000 Euro genannt. Hinzu kämen weitere Kosten für Lüftungsanlage, Fettabscheider und zusätzliche Elektroinstallationen. Die Voraussetzungen für eine Kochküche würden aber auf jeden Fall geschaffen, erläuterte Oliver Franke vom Architekturbüro Planquadrate in Eutin dem Ausschuss.

Die Ausschussmitglieder stellten zahlreiche kritische Fragen, etwa zu Vertretungsregeln für das Küchenpersonal, dem Bedarf für eine Kochküche und möglichen Kostensteigerungen. Sensibilisiert war der Ausschuss, weil der Kita-Anbau mit nunmehr 960  000 Euro 170  000 Euro teurer wird als geplant.

Franke versicherte, dass die nun genannten insgesamt gut 75  000 Euro für die Kochküche nicht aus Schätzungen, sondern vorliegenden Angeboten resultierten. Eine Vertretungsregelung ist laut Awo gewährleistet und ein Elternbeitrag von monatlich 65 Euro (bisher 50 Euro) ausreichend.

Am Bedarf für eine Kochküche ließ Kita-Leiterin Annett Klöfkorn-Papke keinen Zweifel. Auch in anderen Kitas, wie etwa der Kinder-Insel in Eutin, werde vor Ort gekocht. Die Malenter Awo-Kita werde dagegen von einem Caterer beliefert, da kochen in der jetzigen Küche weder erlaubt noch möglich sei. Künftig werde es in der Kita über 150 Kinder geben, darunter 50 Krippenkinder. Vor allem durch sie habe sich der Bedarf verändert. „Das, was wir oft brauchen, können die nicht umsetzen“, erklärte Annett Klöfkorn-Papke mit Blick auf die besonderen Anforderungen an das Essen für Kleinkinder. Das gelte umso mehr für Kinder mit Allergien.

Uwe Potz, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Hauptausschusses, ließ bereits durchblicken, dass er dem Anliegen wenig Chancen einräumt. Er fragte Annett Klöfkorn-Papke nicht nur, ob sie für eine Auslastung der Küche garantieren könne, sondern ging die Kita-Leiterin auch ganz unverblümt an, ob sie denn mit ihrem Privatvermögen einspringen würde, falls die neue Kochküche doch nicht wie erwartet angenommen werde.

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