zur Navigation springen

Autohändler soll bei Internet-Geschäften betrogen haben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 16:16 Uhr

Bestellen, ohne zu bezahlen. Verkaufen, ohne die Ware zu liefern, und das alles in einer Art Selbstverständlichkeit. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die Anklage gegen den 32jährigen Timo W. aus Schwentinental. So verdiente der Kfz-Händler und Autoverwerter offenbar seinen Lebensunterhalt. Jetzt ist er angeklagt vor dem Plöner Amtsgericht wegen Betruges zusammen mit seiner Freundin (29), die ihm laut Anklage zumindest in einem Fall geholfen haben soll. Hinzu kommt ein Verstoß gegen das Waffengesetz.

Zur Sache nein, zu seiner Person vielleicht werde sich der Angeklagte äußern, so sein Anwalt. Warum, wird im Laufe der Verhandlung durch Zeugenaussagen deutlich. Unbeteiligt nimmt der eher behäbige Angeklagte neben seinem Anwalt Platz und verfolgt stumm und desinteressiert die Verhandlung.

Deutlich sind die Aussagen der ersten Zeugen, die zu den insgesamt 14 Fällen des angeklagten Betruges gehört werden. Im Juli 2013 verkaufte der Angeklagte einen Alfa Romeo für 1000 Euro nach Kasseedorf. Der TÜV-Stempel war gefälscht, der TÜV Bericht angeblich verloren.

Und so geht es weiter. Auch der nächste Zeuge bestätigt das mit Kugelschreiber geänderte TÜV-Datum auf dem Kfz-Schein. Der nächste Zeuge kommt extra aus Vechta für seine Aussage angereist. Das Handy für seinen Sohn, das der Angeklagte über Ebay anbot, habe er samt Porto bezahlt – aber trotz aller Mahnungen und Versprechen seitens des Angeklagten nie erhalten. Nicht anders erging es einem Bad Münder. Er hatte bei dem Angeklagten einen Motor erstanden und das Geld überwiesen – auch dieser wurde nie geliefert.

Zweimal – 2010 und 2014 – hat der Angeklagte bereits Eidesstattliche Versicherungen abgegeben. Seine Firma war bereits zur Zeit der Bestellung insolvent und aufgelöst. Zudem soll der Angeklagte zur Zeit der ihm nun zur Last gelegten Taten schon eine Bewährungsstrafe gehabt haben – wegen Internet-Betruges in vier Fällen. Laut Anklage kommen noch Taten hinzu, die bei einem weiteren Termin erörtert werden sollen.

Und dann war da noch ein VW-Polo. Bei dessen Verkauf über eine neue Firma soll Timo W. Hilfe durch seine mitangeklagte Freundin gehabt haben. 200 Euro zahlte der Käufer an, doch zur Übergabe kam es nicht, Geld zurück gab es auch nicht. Stattdessen soll der Wagen erneut im Internet verkauft worden sein, so die Staatsanwaltschaft.

Das ist Betrug in 14 Fällen, in einem Fall sogar besonders schwerer Betrug, sagte der Staatsanwalt. Zumindest noch zwei Verhandlungstage hat das Gericht für die Beweisaufnahme angesetzt. Möglicherweise könnte dann ein Urteil gefällt werden – sicherheitshalber ist aber schon ein vierter Verhandlungstag im Gespräch.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen