Politisch motivierter Anschlag? : Auto von AfD-Politikerin in Brand gesetzt

Nach einem offensichtlichen Brandschlag auf das Auto einer AFD-Politikerin ermittelt der Staatsschutz.

Nach einem offensichtlichen Brandschlag auf das Auto einer AFD-Politikerin ermittelt der Staatsschutz.

Der Pkw ist in der Nacht zu Donnerstag in Niendorf ausgebrannt. Der Staatsschutz ermittelt.

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28. Mai 2020, 16:33 Uhr

Niendorf/Ostsee | Ein Auto ist in der Nacht zu gestern auf einem Parkplatz am Rande von Niendorf (Gemeinde Timmendorfer Strand) in Flammen aufgegangen. Die Polizei schließt eine Brandstiftung nicht aus. Weil der SUV Sabine Düllmann, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Kreistag Ostholstein, gehört, wird ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen: Das Staatsschutzkommissariat der Lübecker Bezirkskriminalinspektion hat die Ermittlungen übernommen.

Anwohner meldeten um 1.30 Uhr ein brennendes Auto

Wie Polizei und Staatsanschaftschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung berichten, meldeten in der Nacht zum Donnerstag um 1.30 Uhr Anwohner über Notruf einen Brand auf einem Parkplatz im Wohngebiet Grönlandring am Ortsrand von Niendorf. Ein Hyundai Kona brannte in voller Ausdehnung.

Die Freiwillige Feuerwehr Niendorf löschte die Flammen, das Fahrzeug ist jedoch Totalschaden. Die Schadenshöhe schätzte die Polizei auf 12.000 Euro. Verletzt worden sei niemand. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte den Hyundai für weitere Untersuchungen.

Die Staatsanwaltschaft hat gemeinsam mit der Lübecker Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes werde eingeschaltet.

Polizei schließt vorsätzliche Brandstiftung nicht aus

Eine vorsätzliche Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden. Das Staatsschutzkommissariat der Bezirkskriminalinspektion Lübeck prüfe, ob die Tat einen politisch motivierten Hintergrund habe.

Sabine Düllmann bestätigte unserer Zeitung, dass es sich um ihr Auto handelt. Damit habe eine anhaltende Hetzkampagne gegen ihre Person einen neuen Höhepunkt gefunden. Sie sei schon am Rande von Veranstaltungen körperlich von Mitgliedern der Antifa angegriffen worden, sie erhalte regelmäßig Drohbotschaften per E-Mail und habe zu Beginn der Woche auch mehrere Drohanrufe bekommen.

Auf einer Internetseite einer Lübecker Gruppe werde sie mit Fotos und Klarnamen verunglimpft, und am Morgen nach dem Brand sei auf einer Seite ein langer Bericht über sie und ihre vermeintlich politisch Arbeit erschienen. „Das fand ich schon sehr bemerkenswert.“

Ich habe immer gesagt: Ich habe keine Angst, und ich will auch keine haben. Sabine Düllmann, AfD-Kreistagsabgeordnete
 

Sabine Düllmann betonte, dass sie sich politisch engagiere, damit Meinungsfreiheit und Demokratie erhalten blieben, aber auch gegen eine Teilung der Menschen, die nicht zuletzt in sichtbaren und spürbaren Hass gegen andere Menschen deutlich werde. Sie sei gegen Faschismus und werde trotzdem in vielfältiger Weise verunglimpft.

Taten wie der Brandanschlag hätten offenbar das Ziel, Menschen zu demoralisieren und abzuschrecken. Sie werde  nicht klein beigeben: „Ich habe immer gesagt: Ich habe keine Angst, und ich will auch keine haben.“

Ermittler bitten um Hinweise

Bei den laufenden Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft werden Zeugen gesucht, die in der Nacht zu Donnerstag verdächtige oder auffällige Personen im Bereich des Grönlandringes oder die den Tathergang beobachtet haben. Sachdienliche Hinweise werden an das Kommissariat 5 der Lübecker Bezirkskriminalinspektion unter der Rufnummer 0451/131-0 erbeten.

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