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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 11:41 Uhr

Auto als Prozess-Mittelpunkt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Raubüberfall auf Hutzfelder Supermarkt 2015: Zweiter Verhandlungstag

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 13:21 Uhr

Im Fall des neuaufgerollten Prozesses um den Überfall auf den Hutzfelder Edeka-Markt am 19. Oktober 2015 beschäftigte sich gestern das Lübecker Landgericht erneut intensiv mit dem Auto der Räuber – und ihrem Weg zum Tatort und retour. Eine Kripobeamtin gab Einblick in die so genannten Funkzellenauswertung. „Wir konnten die Fahrstrecke des BMW ein Stück weit nachvollziehen“, sagte Kripobeamtin Angela M. Der Sportwagen, der über die Sim-Karte des Bordnavigationsgeräts geortet wurde, war demnach am Abend vor dem Überfall in Hutzfeld im Raum Kaltenkirchen abgestellt worden. Um 5.02 Uhr am 19. Oktober begann die Fahrt nach Hutzfeld via A  7, der B  206 und B  432. Um 5.56 Uhr loggte sich das Fahrzeug zum ersten Mal bei einem Funkmast im Bereich Bosau ein. Zur Erinnerung: Gegen 6.15 Uhr hatten zwei Räuber eine 23-jährige Angestellte des Supermarkts mit einem Küchenmesser bedroht, um an Geld im Tresor des Geschäfts zu gelangen (wir berichteten). Sie erbeuteten gerade einmal 73 Euro, da der Markt am Tag zuvor bereits ausgeraubt worden war. Die Flucht vom Tatort selbst verlief ab 6.22 Uhr mit dem Sportwagen in den Raum Bad Oldesloe. Dort wurde das Fahrzeug schließlich am 20. Oktober von BMW im Auftrag der Polizei geortet. Die Ermittler stellten das Fahrzeug hier schließlich auch sicher.

Ob die beiden Angeklagten Igor T. und Vladimir K. auch tatsächlich im BMW gesessen haben, soll der weitere Prozessverlauf klären. Dazu streben die beiden Verteidiger der 27- und 28-jährigen, aus dem Kosovo stammenden Angeklagten einen erneuten Fotovergleich an. Gestern wurde vereinbart, dass T.s Bruder Bahir, den bereits die Kripo bei ihren Ermittlungen mit Igor T. verwechselt hatte, zum Prozess geladen werden soll. Und es soll das Blitzerfoto mit ihm nachgestellt werden. Denn der BMW war auf dem Weg nach Hutzfeld in eine Radarfalle geraten; über das Foto der Anlage waren die Ermittler letztlich auf die Spur der Angeklagten gestoßen (wir berichteten).

Der Prozess wird am 24. Mai fortgesetzt. Dann sollen erneut Mithäftlinge und JVA-Personal aussagen. Am 8. Juni wiederum ist die erneute Aussage von drei Sachverständigen zum Blitzerfoto geplant – und womöglich die Anhörung von Bahir T.

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