Austausch zum Ehrenamt im Museum

Dr. Hermann Marquort (stehend), ehrenamtlicher Geschäftsführer der Heinrich-Blunck-Stiftung, begrüßte die Teilnehmer des Museumstreffens im Kulturknotenpunkt Plön/Eutin/Malente im Garten des Künstlermuseums Heikendorf.
Dr. Hermann Marquort (stehend), ehrenamtlicher Geschäftsführer der Heinrich-Blunck-Stiftung, begrüßte die Teilnehmer des Museumstreffens im Kulturknotenpunkt Plön/Eutin/Malente im Garten des Künstlermuseums Heikendorf.

Mitarbeitern aus dem Raum Plön, Eutin und Malente diskutieren auf Einladung der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz in Heikendorf

shz.de von
24. Mai 2018, 17:37 Uhr

Nicht nur Sportvereine und Feuerwehren stellen sich vermehrt die Frage: Wie können wir Menschen als ehrenamtlich Tätige für uns gewinnen? Vertreter von Museen aus dem Kulturknotenpunkt Plön, Eutin, Malente diskutierten darüber am Mittwoch auf Einladung der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz und Dagmar Rösner von der Schleswig-Holsteinischen Museumsberatung im Künstlermuseum Heikendorf.

Alexandra Hebestreit vom Kieler Ehrenamtsbüro „nette Kieler“ gab einen Einblick in die Motivation derer, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Bei den ebenfalls ehrenamtlich durchgeführten Beratungen stelle die Leiterin des Büros regelmäßig fest, dass es den Suchenden darauf ankomme, in einem guten Team aktiv zu sein. Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit in Form von Bezahlung oder Ehrenzeichen stehe längst nicht im Vordergrund. Damit einher gehe ein häufigerer Wechsel zwischen den Institutionen, in denen man helfe.

Projektbezogenes oder zeitlich begrenztes Ehrenamt seien auf dem Vormarsch. Darauf sollten sich ehrenamtlich geführte Museen einstellen und prüfen, ob bisherige Arbeiten nicht auf mehrere Personen verteilt werden könnten, lautete der Rat Hebestreits. „Ausschreibungen von Kassenführern sind auch bei uns Karteileichen“, zerstreute sie die Hoffnung, über Ehrenamtsbüros Personalprobleme in den Vorständen lösen zu können. Die Museen müssten herausstellen, welchen Vorteil die Mitarbeit für jeden einzelnen Ehrenamtler bedeute. Diese stellten sich oft die Frage „Was macht das Ehrenamt für mich“? Eine Antwort seien Zertifikate über die erlangten Fertigkeiten oder durchgeführten Tätigkeiten. Hebestreit warnte jedoch davor, Ehrenamtler mit Schulungen zu überfrachten.

Ganz ohne Schulung geht es nicht, wenn sich Museen mit Angeboten an Menschen mit Demenz wenden. Darüber informierte Melina Meding vom Kompetenzzentrum Demenz des Landes. Neben Bauernhöfen eigneten sich gerade Museen hervorragend für die Teilhabe Demenzerkrankter am gesellschaftlichen Leben. Meding ermutigte auch kleine Museen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Eine Fortbildung, in der die Grundlagen für ein derartiges Angebot erläutert werden, bietet das Kompetenzzentrum für Interessierte an zwei Tagen Ende Juni an. Die Exponate, um die sich Führungen drehen, müssen keinen großen Wert haben. „Es geht weniger um die Vermittlung von Fakten, sondern um das Gespräch“, erklärte Meding. Die Reflexion der Besucher komme über Alltagsgegenstände, die die Erinnerung an die eigene Biografie weckten.

Kristin König wandte sich mit ihrem Vortrag gerade an ehrenamtlich geführte Museen, die nach Finanzierungsmöglichkeiten ihrer Arbeit suchen. Sie besetzt die Servicestelle des Projektes „Kultur macht Stark“ und stellte 30 Förderer und Initiativen vor, die lokale „Bündnisse für Bildung“ mit Bundesfördermitteln ausstatten. Am Beispiel des Deutschen Museumsbundes zeigte König auf, wie mit Angeboten für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien der Fokus erfolgreich auf ein Museum gelenkt werden kann. Durch die Vernetzung mit den Bündnispartnern könnten sich unter Umständen auch Kontakte zu neuen ehrenamtlichen Mitarbeitern ergeben.

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