Ausstellung zum Meeressch(m)utz

Mikroplastik findet auch in Kosmetikartikeln Verwendung, wissen Rebecca Weber, Janne Sophie Jakobsen und Ayleen Kloth.
1 von 2
Mikroplastik findet auch in Kosmetikartikeln Verwendung, wissen Rebecca Weber, Janne Sophie Jakobsen und Ayleen Kloth.

Schüler der Weber-Schule stellten gestern die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zum Thema Überfischung, Plastikmüll und Co. vor

von
26. Januar 2017, 19:22 Uhr

Für Janne Sophie Jakobsen ist die Vorstellung nicht leicht: In ihren Kosmetikartikeln soll sich Mikroplastik befinden. „Es ist komisch, dass ich mir mit einem Pflegestift Plastik auf die Lippen streiche“, sagt die 16-Jährige. Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Rebecca Weber und Ayleen Kloth hat sich Janne Sophie in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema „Weltmeere versinken im Plastik – Ausmaß und Auswirkungen“ beschäftigt.

Für die Ausstellung „Geographie der Weltmeere – Nutzung, Übernutzung und Belastung“ hatte der gesamte zehnte Jahrgang der Weber-Schule sechs Wochen lang zu unterschiedlichen Themenbereichen recherchiert und Präsentationen vorbereitet. Gestern stellten die 15- und 16-Jährigen ihre Arbeiten vom selbst gefertigten Erdmantelmodell bis zur eigenen Videoproduktion vor. „Die Schüler stellen ihre Projekte an insgesamt acht Stationen aus“, erklärte Geographielehrerin Janna Hars. „Die einzelnen Stationen widmen sich beispielsweise der Entstehung der Ozeane oder wie der Mensch die Ökosysteme nutzt und verändert.“

Ein solcher Eingriff ist etwa der Plastikmüll in den Weltmeeren. „Plastik ist sehr günstig und wird darum immer noch als Massenverpackungsmaterial verwendet“, erklärte Ayleen Kloth. „Außerdem ist es vielseitig einsetzbar, weil man es so verarbeiten kann, dass es weich oder bruchfest ist.“ Aber auch in Zahnpasta, Haar- oder Duschgel kommen kleine Kunststoffteilchen, so genannte Mikroplastik, als Bindemittel, Füllstoff oder Filmbildner vor. „Die sind teilweise stark krebserregend“, sagte Ayleen, „für mich persönlich ist das sehr beunruhigend.“

Die Überfischung der Meere war das Thema von Eva Grein, Emma Wilkens und Johanna Fritz. „Aquakulturen sind die kontrollierte Aufzucht von Wasserlebewesen“, sagte Eva. Zu den so genannten Unterwasserfarmen gehörten etwa Teichwirtschaften, Durchflussanlagen – ein Teichsystem aus mehreren Becken, in denen das Wasser zirkuliert – und Netzgehegeanlagen – also große geschlossene Netzsysteme auf dem offenen Meer. Die Aquakultur sei ähnlich problematisch wie die Massentierhaltung an Land, erklärte Eva. „Die Fische haben wenig Platz, sind anfällig für Krankheiten und mit dem Futter gelangen Schadstoffe ins Wasser.“ Denn das Pelletfutter für die Fische enthalte Konservierungsmittel und Medikamente und gelange so, etwa in den Netzgehege-Anlagen, in die Weltmeere. Zudem bestehe das Futter zum großen Teil aus Fischmehl, also gemahlenen Fischen. „An einen Fisch werden so insgesamt zwei Fische verfüttert“, erläuterte die Schülerin.

Zertifizierungen wie das MSC-Siegel („Marine Stewardship Council“) auf Fisch-Verpackungen stellten sicher, weiß Josina Kurowski, dass „nur so viel gefischt wird, wie auch nachwachsen kann.“ Mit dem Siegel „Follow Fish“ erhielten die Konsumenten dank eines Tracking-Codes auf der Verpackung zusätzlich sogar die Möglichkeit, über das Internet den Fanggrund nachzuvollziehen. „Damit man sieht, woher der Fisch kommt“, erklärte Josina. Ihre Mitschülerin Thyra Obenaus fügte als mögliche Lösung für das Problem der globalen Überfischung hinzu: „Man sollte Fisch als Nahrungsmittel eher als etwas Besonderes ansehen und nicht zuviel davon essen.“

Die 15-jährigen Schülerinnen Clara Wackernagel und Malene Knacke hielten einen Vortrag mit dem Titel „Internationale Seeschifffahrt, Umweltbeschädigung der Meere und Maßnahmen: Emissionen, Giftstoffe, Ölhavarien und Meeresumweltschutz“. Im Laufe ihrer Präsentation berichteten die Zehntklässlerinnen darüber, wie Antifouling, Feinstaub und andere Mittel das Wasser verschmutzen. Beim Antifouling handelt es sich um einen Lack, der an der Unterseite eines Schiffs angebracht wird, damit sich dort keine Organismen ansiedeln. Von diesem Lack entweichen giftige Stoffe ins Wasser und belasten so die Pflanzen- und die Tierwelt.

Feinstaub besteht aus giftigen Partikeln, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Er entsteht natürlich – etwa durch Vulkanasche – und durch den Menschen. Der größte Produzent von Feinstaub sind Kraftfahrzeuge. Abschließend sprachen Clara und Malene über das Ölunglück im Golf von Mexico im Jahr 2010. Damals drangen etwa 700 Millionen Liter Öl aus der Bohrplattform ins Wasser. Dieses Öl werde immer noch „bekämpft“, berichteten die Schülerinnen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen