Ausstellung zum Ameos-Kunstpreis

Tobias Herrmann  vor dem Werk „Face Expressions“ (unteres Bild).
Tobias Herrmann vor dem Werk „Face Expressions“ (unteres Bild).

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09. März 2018, 12:19 Uhr

Was unterscheidet eigentlich die Kunst von psychisch Behinderten oder Kranken von der „normaler“ Künstler? Diese Frage steht mit im Raum, wenn man die Gemälde, Zeichnungen und Grafiken betrachtet, die derzeit im Hans Ralfs Haus in der Neustädter Ameos-Klinik ausgestellt sind.

„Wir wollen zeigen, dass diese Kunst einen Wert jenseits der Behinderung hat“, stellte Ameos-Geschäftsführer Michael Dieckmann in seiner Rede zur Vernissage fest. Für viele Künstler ist der Schritt in die Öffentlichkeit eine große Herausforderung, wie Anke Kessenich, Leiterin des Hans Ralfs Hauses, deutlich machte.

Auf jeden Fall stellt diese Werkschau eines klar: Dass es auf die eingangs gestellte Frage keine allgemeingültige, sondern – wenn überhaupt – nur sehr individuelle und damit höchst unterschiedliche Antworten gibt. Die Arbeiten nehmen sehr direkt Bezug auf die seelischen Zustände und damit auch Abgründe ihres Schöpfers, andere wiederum wirken eher verspielt, zeigen hintergründigen Witz oder sind naturalistische Darstellungen. Insgesamt auf einem bemerkenswert hohen Niveau ist die Qualität der ausgewählten Exponate, was sowohl die Arbeitstechniken wie Expressivität und Gestaltung betrifft.

Anlass dieser Ausstellung ist der Ameos-Kunstpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird. Insgesamt bewarben sich Künstler aus 18 Ameos-Standorten in ganz Deutschland mit fast 200 Arbeiten, 73 davon kamen in die engere Auswahl, die derzeit bis zur Preis-Vergabe am 26. April zu sehen sind. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags 9 bis 16 Uhr, freitags bis 14.30 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Eintritt frei.

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