Ausschuss will Sondersitzung

Der modifizierte Entwurf des Marktes.
Der modifizierte Entwurf des Marktes.

Diskussion um die Anbindung der kleinen Twieten

shz.de von
06. Februar 2016, 11:32 Uhr

Die emotionale Bandbreite beim Thema Weiterentwicklung der Fußgängerzone und des historischen Marktplatzes im Stadtentwicklungsausschuss reichte am Donnerstagabend von „wir haben ja noch gar nichts in trockenen Tüchern“ (Gabriele Appel, SPD) bis hin zu „ich verstehe nicht, was eigentlich ihr Problem ist“ (Christiane Balzer, Grüne). Am Ende entschied sich das Gremium, aufgrund offener Fragen, den Planer Philipp Haggeney, zu einer Sondersitzung für Ende des Monats zu laden.

Haggeney hatte für die Sitzung am Donnerstag der Verwaltung seine Präsentation zur Verfügung gestellt, die er eigentlich für den Bauausschuss Mitte Januar vorbereitet hatte. Damals war er unverrichteter Dinge wieder abgereist, weil in einer hitzigen Diskussion um Zuständigkeiten die Mehrheit dafür votierte, generelle Entscheidungen zur Gestaltung der Innenstadt im Stadtentwicklungsausschuss zu beraten und die Empfehlung dem Bauausschuss für die Umsetzungen auszusprechen.

Auch Donnerstagabend keimte eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Beratungen in den verschiedenen Ausschüssen auf, die Heiko Godow (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, zynisch beendete: „Ich will es mal so ausdrücken: Hätten wir von Anfang über die Wegegestaltung gesprochen, hätte es die Treppenanlage in der oberen Peterstraße nie gegeben.“

Laut Entwurf soll sich das großformatige Natursteinpflaster als Band von der Peterstraße über den Markt bis in die Königstraße ziehen (siehe Bild). Der Marktplatz ist als Fläche gestaltet, die durch Bäume eingefasst ist. Auf Wunsch nahm Haggeney Bäume vor dem Durchgang zur Kirche, vor dem Witwenpalais in Richtung Königstraße und vor dem Durchgang zum Stadtgraben weg, um den Blick zu Verbindungswegen nicht zu versperren. Das war Godow zu wenig. Sein Anliegen sei es, die Wegeverbindungen auch für die Touristen und Besucher der Stadt offensichtlich zu machen. Godow: „Die Anbindung der Twieten und Gässchen sind im Entwurf einfach zu kurz gekommen.“ Monika Obieray (Grüne) erinnerte: „Das gelbe Pflaster durchzuziehen zu allen Twieten wollte der Planer nicht, um den Platz nicht zu zerfasern.“ Auch Malte Tech betonte: „Unsere Vorfahren haben den Marktplatz so gestaltet, dass nicht erkennbar ist, wo es rausgeht und das ist es ja gerade, was es heimelig macht.“ Christiane Balzer (Grüne) brachte das Flensburger Beispiel. „Die Stadt weist über dezente Messingschilder auf ihre Hinterhöfe hin, vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.“ Ende des Monats soll die Sondersitzung sein, um dann in der Märzsitzung einen Beschluss fassen zu können.

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