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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 13:20 Uhr

Ausschuss braucht Informationen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malenter Tourismus-Vermarktung ab 2015: Kommunalpolitiker wollen von der Tourismuszentrale hören, was sie zu leisten im Stande ist

Erstmals hat sich der Tourismusausschuss jetzt mit der Frage beschäftigt, wie es ab 2015 mit der touristischen Vermarktung Malentes weitergehen soll. Eine Tendenz, in welche Richtung es gehen soll, ist indes noch nicht erkennbar. Stattdessen wollen die Ausschussmitglieder zunächst tiefer in die Materie einsteigen. Dafür sollen beide aktuellen Vermarkter, GLC Glücksburg Consulting aus Hamburg und die Tourismus-Zentrale Holsteinische Schweiz (TZHS), zur nächsten Sitzung eingeladen werden.

Beide sollen darstellen, welche Leistungen sie bisher erbracht haben und was sie künftig zu leisten im Stande sind. Letzteres ist derzeit bei der Tourismuszentrale die große Unbekannte. Von der Beantwortung dieser Frage wird es auch abhängen, ob Malente – wie es SPD, Grüne und Freie Wähler schon Mitte 2012 wollten – alle Aufgaben auf die Tourismuszentrale übertragen und dann auf einen zweiten Dienstleister verzichten könnte.

Während die TZHS seit 2013 vor allem die überörtliche Vermarktung übernimmt, vermarktet GLC Malente vor Ort und betreibt weiter die Tourist-Info. Die TZHS erhält dafür in diesem Jahr 82 000 Euro, für GLC sind 204 000 Euro vorgesehen. Während die Gemeinde die Aufgaben auf den Zweckverband TZHS ohne Weiteres übertragen könnte, wäre für einen externen Dienstleister wie GLC eine Ausschreibung notwendig. Anders als bisher angenommen, muss diese allerdings nicht europaweit erfolgen, wie GLC-Geschäftsführer Prof. Martin Weigel dem Ausschuss erläuterte. Das Recht habe sich geändert. „Auch über einer Summe von 200 000 Euro gehe ich davon aus, dass Sie nicht mehr europaweit ausschreiben müssen.“

Für schwierig hält Weigel eine Rekommunalisierung des Tourismus-Marketings. Dies sei juristisch nicht einfach umzusetzen, warnte er. Kurdirektor Georg Kurz soll diese Frage klären. Indes scheint es ohnehin unrealistisch, dass die Kurverwaltung die Vermarktung in die eigene Hand nimmt.

Kathrin Dehn-Schumacher als Mitglied des Arbeitskreises Tourismus der Wirtschaftsvereinigung Malente kündigte unterdessen eine Fragebogen-Aktion an. So wolle man herausfinden, welche Form der touristischen Vermarktung sich die Wirtschaft wünsche.

Weigel zeigte sich derweil flexibel, was den Zeitraum der Entscheidungsfindung angeht. Zwar habe sich Malente vertraglich verpflichtet, bis Ende März 2014 festzulegen, ob es eine Ausschreibung geben solle. Wenn er das ernsthafte Bemühen verspüre, eine Lösung zu finden, wolle er jedoch nicht auf diese Frist pochen. Weigel: „Hauptsache, wir kriegen eine Struktur, die nicht mehr zu Konflikten führt.“

Dass die Zusammenarbeit zwischen GLC und TZHS nicht ganz einfach ist, zeigt das Ringen um eine Schnittstelle für das Informations- und Reservierungssystem. Diese hätte eigentlich bereits im Sommer eingerichtet sein sollen, ist jedoch immer noch nicht vorhanden. Immerhin: Nun sei eine Lösung gefunden, erklärte Weigel. GLC habe die Tourismus-Vermarktung für Sachsen-Anhalt übernommen und dort eine Lösung gefunden, die in Malente übernommen werden könne. Dafür entstünden anders als zuvor gedacht lediglich 2000 Euro Lizenzkosten.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 00:36 Uhr

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