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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 14:01 Uhr

Aushängeschild für das Ostseebad

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Curschmann-Klinik in Timmendorfer Strand feierte ihr 25-jähriges Bestehen / Enkel des Namensgebers war unter den Gratulanten

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erstellt am 08.Sep.2014 | 11:35 Uhr

Vor 25 Jahren war Dr. Dieter Curschmann die Teilnahme an der Eröffnungsfeier durch den „Eisernen Vorhang“ verwehrt: Als DDR-Bürger konnte er nicht nach Timmendorfer Strand reisen, wo eine Klinik nach dem Namen seines Großvaters Prof. Dr. med. Hans Curschmann eröffnet wurde.

Beim Jubiläum war der 1938 geborene Enkel aber da. Gemeinsam mit rund 60 weiteren Gästen gratulierte er dieser Tage der Leitung und den Mitarbeitern zum 25-jährigen Bestehen der Rehabilitationseinrichtung für Herz- und Diabetespatienten.

Die Hamburger Klinikgruppe Dr. Guth nannte das 1989 eröffnete Haus nach Prof. Dr. med. Hans Curschmann (1875-1950), der 1931 Chef der Klinik für Innere Medizin in Rostock war. Als Balneologe untersuchte er die Auswirkungen des Ostseeklimas auf die Gesundung von Patienten. Sein Enkel Dr. med. Dieter Curschmann lebt in Stralsund und schreibt derzeit an der Familiengeschichte.

Einen Blick in die Vergangenheit warf Gerhard Ehrke, Altbürgermeister von Scharbeutz, der auch Kurdirektor von Timmendorfer Strand war. Der 92-Jährige hatte 1970 die erste kommunale Kureinrichtung im Ort auf den Weg gebracht: Herzpatienten, die sich bei Bewegung an der Ostseeluft erholen sollten. Solche Therapieansätze waren damals noch revolutionär, Herzpatienten war in den 60er Jahren noch strenge Bettruhe verordnet worden. Die Curschmann-Klinik hat eine Sporthalle, ein Schwimmbad und auch einen modernen Kraftsportraum.

Gundula Bauer, stellvertretende Bürgermeisterin, würdigte bei der Feier die Kurklinik als hervorragendes Aushängeschild, das Timmendorfer Strand bundesweit bekannt mache, außerdem schätze die Gemeinde saisonunabhängige Arbeitsplätze.

Chefarzt Prof. Dr. Bernhard Schwaab beschrieb kurz die Entwicklung der kardiologischen Rehabilitationsmedizin. Wichtigstes Anliegen sei es, Patienten aufzuklären. Jeder Mensch könne durch seine Lebensweise auf Gefäßerkrankungen Einfluss nehmen. Wer sich gesund ernähre, nicht rauche und sich ausreichend bewege, habe gute Chancen, Gefäßleiden zu verhindern. In der Curschmann-Klinik gebe es deshalb viele Angebote, Bewegungs- und Entspannungsübungen zu lernen sowie eine gesunde Küche zu entdecken.

Zu den Gratulanten gehörten auch Patienten. Ekkehard Welland, der im Jahr 2009 in Kiel ein Herz transplantiert bekam, war anschließend zur Kur in Timmendorfer Strand. „Ich bin dem gesamten Team sehr dankbar, ich habe hier sehr viel Hilfe erfahren. Es herrscht ein fast familiäres Klima“, schwärmte Welland.

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