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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 14:42 Uhr

Auseinandersetzungen bei G7-Gipfel in Lübeck

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Am Abend provozieren Demonstranten die Polizei / 3500 Beamte im Einsatz

von
erstellt am 14.Apr.2015 | 16:45 Uhr

Beim G7-Außenministertreffen in Lübeck hat es gestern Abend nach einer friedlichen Demonstration Zusammenstöße zwischen Polizei und G7-Gegnern gegeben. Demonstranten lieferten sich in der Innenstadt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, die mit einem Großaufgebot präsent war. Vor dem weiträumig abgeriegelten Rathaus, in dem die Außenminister zusammengekommen waren, drohte die Polizei auch mit Wasserwerfer-Einsatz. Beobachtern zufolge wurden mindestens drei Demonstranten abgeführt. Festnahmen wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen.

Nach einer Kundgebung waren weit mehr als 1000 Menschen durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei sprach zunächst von rund 1000 Teilnehmern und dann von 1800, die Veranstalter von 3000. Sie protestierten gegen das G7-Treffen, gegen Kapitalismus, Krieg, Rassismus und das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA.

Nach Auflösung des angemeldeten Demonstrationszuges kurz nach 19 Uhr kündigten Sprecher Aktionen des zivilen Ungehorsams an. Eskalationen sollte es aber nicht geben, hieß es. Nächstes Ziel war das Rathaus, wo die Außenminister zu Abend aßen.

Lautstark hatten sich viele G7-Gegner dem Gebäude genähert. Zumindest einer wurde von Polizisten zu Boden gebracht. Die Polizei kesselte rund 100 Demonstranten in der Altstadt ein, ließ sie aber nach einer halben Stunde wieder abziehen. Zum Schutz vor Krawallen sind in Lübeck rund 3500 Polizisten im Einsatz.

Die Demonstranten waren am frühen Abend friedlich durch die Altstadt in Richtung Europäisches Hansemuseum marschiert. Dort werden heute die Außenminister der sieben großen westlichen Industrienationen über das Vorgehen im Ukraine-Konflikt und andere außenpolitische Problemfälle beraten.   Vor dem historischen Rathaus hatte Gastgeber Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Abend seine Amtskollegen aus den anderen Nationen empfangen. US-Außenminister John Kerry reist wegen einer Anhörung im amerikanischen Kongress zur Iran-Verhandlung erst heute an.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) besuchte in Lübeck die Einsatzzentrale der Polizei und machte sich ein Gesamtbild von der Lage. Er lobte die professionelle Vorbereitung auf den Einsatz. Seite 21 / Kommentar Seite 20

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