Ausbau früher und billiger

In Rethwisch rollen bereits die Straßenbaumaschinen. Der Verzicht auf einen Vollausbau erspart Gemeinde und Anlieger nun 15  000 Euro.
In Rethwisch rollen bereits die Straßenbaumaschinen. Der Verzicht auf einen Vollausbau erspart Gemeinde und Anlieger nun 15 000 Euro.

Straße von Langenhagen nach Rethwisch wird verbessert / Ablöseverträge nun ohne Rückzahlungsanspruch

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22. März 2014, 17:31 Uhr

Geplant war der Baubeginn frühestens im Mai. Nun rollen die Baumaschinen auf der Strecke Langenhagen-Rethwisch bereits seit zwei Wochen, zudem wird das Bauvorhaben billiger als ursprünglich geplant. Das erfreute die Schönwalder Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung.

437 000 Euro hatten Planer als Kostenrahmen kalkuliert. Das Angebot des ausführenden Bauunternehmens liegt 46 500 Euro darunter. Wie zu hören war, wird es auch den weiteren Streckenverlauf im Auftrag der Gemeinde Harmsdorf ausbauen. Damit aber nicht genug der Ersparnisse: Entgegen dem ursprünglichen Plan kommt es auf 110 Metern innerhalb der Ortslage Rethwisch nun doch nicht zum Vollausbau. Nach einem erneuten Ortstermin mit Gemeinde, Ingenieuren, Bauunternehmen und Anwohnern fand sich nun eine kostengünstigere Lösung. Die alte Asphaltschicht wird abgefräst und als Untergrund eingebracht. Darauf folgen 15 Zentimeter neuer Asphalt, um die der Straßenkörper erhöht wird. 50 Meter neue Muldenrinne sorgen für den Abfluss des Bankettenwassers.

Diese Änderung des Bauprogramms bringt weitere 15 000 Euro Kostenersparnis. Sie passierte einstimmig Bauausschuss und Gemeindevertretung, die direkt nacheinander tagten. Im August hatten die Anwohner noch vergeblich versucht eine solche Änderung herbeizuführen. Damals schied eine Erhöhung des Straßenkörpers nach Auffassung der Mehrheit der Kommunalpolitiker noch aus.

Im Zuge des laufenden Ausbaus hatte die Gemeindevertretung auch über die Form der finanziellen Beteiligung der Anlieger zu entscheiden. Bislang bot die Gemeinde zur Vorfinanzierung immer den Abschluss eines Ablösevertrages auf Grundlage der planerischen Kosten an. Vorteil für die Gemeinde: sofortige Zahlungseingänge und keine Klagen gegen Beitragsbescheide, wie sie sonst am Ende einer Straßenbaumaßnahme erlassen werden. Vorteil für die Anlieger: der Ausschluss von Kostensteigerungen während der Bauphase.

In den bislang abgeschlossenen Verträgen gab es ein weiteres Bonbon für die Anlieger. Bei einer günstigeren Bauausführung erhielten sie eine Rückzahlung. Diesen Umstand hatte die Kommunalaufsicht des Kreises aber kürzlich gerügt, weil die Gemeinde damit ihre Einnahmemöglichkeiten nicht voll ausschöpfe.

Für die zurückliegenden Jahre hatte die Verwaltung eine Summe von rund 9000 Euro errechnet, die so zur Rückzahlung kamen. Dabei waren jedoch noch nicht die Ausbaumaßnahmen in Hobstin und Langenhagen enthalten.

Der Vorausleistungsbescheid, als Alternative zur Vorfinanzierung per Ablösevertrag, spielte in der Diskussion keine Rolle. Er bietet den Anliegern ebenfalls die Möglichkeit zur Klage. Am Ende stimmten sieben Gemeindevertreter für Ablöseverträge ohne Rückzahlungsklausel. Vier stimmten dagegen, einer enthielt sich.


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