Deutsch-dänische Beziehungen : Ausbau einer "mentalen Brücke"

Auf deutsch-dänische Zusammenarbeit  bauten unter anderem diese  Maurer. Fotos: Dorthe Arendt
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Auf deutsch-dänische Zusammenarbeit bauten unter anderem diese Maurer. Fotos: Dorthe Arendt

In einer gemeinsamen Arbeitswoche hatten junge Handwerker aus Ostholstein und Dänemark Gelegenheit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauzufinden.

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06. November 2009, 10:18 Uhr

Eutin/ | Diese Zusammenarbeit war konstruktiv: In den vergangenen Tagen haben deutsche und dänische Auszubildende gemeinsam gewerkelt. Insgesamt 20 dänische Besucher von der CELF-Schule in Nykøbing waren zu Gast in Eutin. Auch in Nykøbing haben bereits Arbeitswochen mit deutschen Besuchern stattgefunden.

Denn während sich an der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung die Geister scheiden, wird bereits seit Jahrzehnten an einer "mentalen Brücke" zwischen Eutin und Nykøbing gebaut. "Der Kontakt zwischen den Berufsschulen besteht schon seit etwa 20 Jahren", verdeutlichte Fritz Reuter. Er leitet das Arbeitswochen-Projekt für die Ostholsteiner Seite und ist Lehrer für angehende Maurer an der Berufsschule in Eutin.
Die Mauern sollen verbinden
Die Mauern, die deutsche und dänische Auszubildende während der Arbeitswoche in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte gemeinsam gezogen haben, sollen nicht trennen, sondern verbinden. Und werden mit EU-Fördermitteln finanziert.

Denn der deutsch-dänische Austausch nimmt seit September als Teil des EU-Projekts "Regio-Net" neue Formen an. Im Rahmen der Berufsausbildung soll in der Region ein internationales Netzwerk errichtet werden, das jungen Menschen Gelegenheit gibt, miteinander und voneinander zu lernen.
"Alle reden von internationalen Beziehungen, wir setzen sie um"
So haben die Zimmer-Lehrlinge Martin Baumanns und Tim Neumann (beide 18) gemeinsam mit ihren dänischen Kollegen Lars Lydolph und Anders Steinmeier (beide 17) ein Dachgebinde erstellt. Holz sei zwar Holz, jedoch: "Es gibt unterschiedliche Techniken in den Arbeitsweisen", verdeutlichte Herbert Weißenfeld, der in der Berufsschule Eutin die Zimmerer betreut. "Alle reden von internationalen Beziehungen, wir setzen sie um", fasste Niels Bloch Køser, Projektleiter für die dänische CELF-Schule, das gemeinsame Projekt zusammen.

Dänische und deutsche Auszubildende, Ausbilder und Lehrer haben die Möglichkeit, Ideen auszutauschen, sich Techniken abzuschauen und ihre Sprachkenntnisse zu erweitern. Und nicht nur in den Berufsbereichen Maurer und Zimmerer: Durch "Regio-Net" sind auch für Bootsbauer, Elektriker, Fleischer, Gastronomen, Hauswirtschaftler, Kaufleute oder Pferdewirte die Weichen für gemeinsame europäische Lernabschnitte gestellt.

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