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Erfolgreiches Team löst sich auf : Aus mit Applaus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Volleyballer des PSV Eutin werden erwachsen. Das ist ein Problem, denn viele von ihnen verlassen wegen Beruf oder Studium die Region.

Für die Gegner war das Turnier des 1. VC Norderstedt ein Höhepunkt der Saisonvorbereitung – für die Volleyballer des PSV Eutin war es ein gelungener Abschluss einer Ära. Vor zehn Jahren hatte Arne Friedrichsen ein Kinderteam aus der Taufe gehoben, das auf kleinem Feld seine ersten Gehversuche mit dem Volleyball unternahm. Jetzt verabschiedete er die jungen Spieler, die noch einmal bewiesen, dass sie mindestens Regionalliganiveau erreicht haben.

„Die letzten Jahre waren sehr intensiv. Es hat kaum einen Tag gegeben, an dem ich nicht an das nächste Training, das nächste Spiel, die nächste Analyse gedacht habe“, sagt der Trainer. Obwohl die Vorbereitung auf den letzten gemeinsamen Auftritt im Vergleich zu den letzten Punktspielen eher lax und locker war, drehte das junge Team noch einmal richtig auf. „Wir haben uns vorgenommen alles zu geben und unseren Spaß zu haben“, blickt Arne Friedrichsen auf das Wochenende zurück. Der PSV zog nach 2:0-Siegen gegen die Regionalligisten Elmshorn und Norderstedt sowie einer 0:2 (19:25, 22:25)-Niederlage gegen Zweitligist Kieler MTV Eagles in das kleine Finale ein. Dort setzten sie sich gegen den Kieler TV, der ebenfalls in der Regionalliga spielt, mit 2:0 durch.

In der Saison 2004/05 sei er mit den damals noch Kleinen zu den ersten F-Jugendturnieren gefahren, erinnert sich Friedrichsen, der die Volleyballmannschaft aus einer Ballschule aufgebaut hat, die er selbst ins Leben gerufen hatte. Einerseits sei ihm die Entscheidung schwer gefallen: „Wir haben noch ständig geguckt, ob sich die Mannschaft halten lässt. Aber Volleyball wird in Schleswig-Holstein nicht so gespielt, dass man an jeder Ecke gute Spieler finden kann. Es ist uns niemand aufgefallen, den man gut ins Team integrieren könnte.“ Andererseits sei der Schritt keine Riesenüberraschung, denn die Sportler gehen auch außerhalb des Spielfeldes getrennte Wege. Sten Richter hat sich nach seinem Abitur nach Australien verabschiedet, Arne Matzanke studiert in Berlin, Benett Friedrichsen in Potsdam oder Köln, Moritz Behr und Robin Hanke in Kiel. Schon zum Ende der vergangenen Saison hatte Günter Krispin, der in den letzten Jahren das Team zusammen mit Arne Friedrichsen trainiert und betreut hatte, erklärt, dass er seinen Aufwand verringern und nur noch einspringen wolle, wenn Not am Mann sei.

Unter dem Strich sei nur eine Handvoll Volleyballer übrig geblieben. „Nach über zehn Jahren ist das wirklich schade“, sagt Christoph Menge, der zu den Spielern der ersten Stunde gehört. Er will im Sommer noch Beachvolleyball spielen, und sich neu orientieren. Eins ist für Menge klar: Es muss ein Ball im Spiel sein. Jetzt spielen aber erst einmal die Abiturvorbereitungen die Hauptrolle in seinem Leben. Den Ball, um den sich künftig mehr für ihn dreht, hat Malte Petersen schon gefunden. Er wird seinen sportlichen Schwerpunkt vom Volley- auf den Handball verlagern. Steffen Friedrichsen spielt seit Saisonbeginn in der A-Jugend der SG Eutin/Malente Fußball.

Mannschaftskapitän Moritz Behr hat Abitur und ein Freiwilliges Soziales Jahr hinter sich. Er hat das Turnier in Norderstedt genossen: „Das war ein super Abschluss. Es war echt cool zu zeigen, was wir in den zehn Jahren gelernt haben.“ Er kam vom Schul-Volleyball zum PSV-Team und hat dort „Freunde fürs Leben“ gefunden. Die besonderen Momente haben sportlich die Begegnungen mit Dauerkonkurrent TSV Husum beschert: „Überragend war das Erlebnis, als wir bei den norddeutschen Meisterschaften im Halbfinale gegen Husum gewonnen und uns für die deutschen U20-Meisterschaften qualifiziert haben.“ Moritz Behr beginnt ein Stium in den Fächern Wirtschaftspolitik und Sport in Kiel. Er trainiert bei den KMTV Eagles in der zweiten Mannschaft, so dass er in der Regionalliga bleibt.

In den letzten beiden Jahren haben sich die Eutiner bei den U20-Titelkämpfen in Salzgitter 2012 und Paderborn 2013 bundesweit Respekt und Anerkennung erarbeitet. In Paderborn schieden die Eutiner erst im Viertelfinale aus. Nebenbei hat der Nachwuchsteam bei den Erwachsenen mitgemischt. Ergebnis der abgelaufenen Saison war hier der dritten Platz in der Regionalliga. „Wir hätten so die Chance gehabt in die 3. Liga aufzusteigen“, sagt Arne Friedrichsen. Doch statt Qualifikationsspielen gibt es in zwei Wochen eine Abschiedsparty. „Es war eine schöne Zeit“, sagt der Coach, der für sich eine ausgiebige Volleyballpause plant. 

 

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erstellt am 31.Aug.2013 | 12:20 Uhr

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