zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 11:38 Uhr

Plön : Aus Hilfen wurden Freundschaften

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Karl-Heinz Appel, Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft Schleswig-Holstein – Estland, geht nach 22 Jahren im Ehrenamt

von
erstellt am 18.Feb.2016 | 20:00 Uhr

Es war eine ausgesprochen reiche Zeit für den heute 69-jährigen Karl-Heinz Appel aus Plön. Seit 1994 ist er Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft Schleswig-Holstein – Estland im Kreis Plön. Das sind jetzt fast 22 Jahre. Heute gibt er im Rahmen der Jahresversammlung ab 19 Uhr im Kreishaus den Vorsitz in jüngere Hände: André Jagusch aus Plön bewirbt sich um seine Nachfolge.

Karl-Heinz Appel wurde 1994 im Vorsitz der Freundschaftsgesellschaft Nachfolger von Wolfgang Kind. Der ehemalige Russisch-Lehrer am Gymnasium Schloss Plön zählte vier Jahre zuvor zu den Gründungsmitgliedern. Und was mit vielen wichtigen Hilfstransporten mit Karl-Heinz Appel und seinem Team für die Menschen in Estland begann wurde mit Reisen und Begegnungen der Menschen aus Deutschland und Estland fortgesetzt.

Und so entwickelte sich die engagierte Freundschaftsgesellschaft zum Motor der Partnerschaft zwischen den Kreisen Plön und Lääne-Virumaa. „Es wurden etliche Hilfstranksporte gefahren“, erinnert sich Karl-Heinz Appel im OHA-Gespräch. Und zum 5. Jahr der Partnerschaft hat der pensionierte Marineoffizier seinen wohl größten Coup gelandet: Über die Marine beschaffte Kalle Appel 23 Fahrzeuge (Lada und Barka) aus den Beständen der ehemaligen NVA für Estland, die überwiegend per Schiff nach Tallin gebracht wurden. „Es folgten noch etwa 20 weitere Hilfstransporte“, berichtete Appel über viele Schlüsselerlebnisse und lobte vor allen Dingen die große Herzlichkeit der Menschen in Estland. Tragende Säulen der Transporte waren neben der Familie Bustorf aus Dörnick auch Appels Stellvertreter Gerhard Radtke.

Seit 2002 gibt es keine Hilfstransporte mehr nach Estland, dafür aber jede Menge Begegnungen der Menschen aus Deutschland und Estland. Seit 2005 organisiert der Verein sieben Reisen nach Estland und ins Baltikum. „Zu unseren Freunden“, wie er sagt. In Estland fanden bereits zwei Deutsche Kulturwochen statt. Es folgten gegenseitige Besuche in Lääne Virumaa und im Kreis Plön. Estnische Musiker waren eine Woche im Kreis Plön unterwegs und traten auch beim Eutiner Stadtfest auf. Das 20. Jubiläum der Partnerschaft nutzten die Esten, um Herbert Bustof, Gerhard Radtke und Karl-Heinz Appel mit einem extra angefertigten Orden hochrangig auszuzeichnen.

So pflegen Karl-Heinz Appel und die Freundschaftsgesellschaft Schleswig-Holstein – Estland im Kreis Plön viele Kontakte und Freundschaften. Doch es gibt es Estland noch einiges zu tun, meint Karl-Heinz Appel. Konkrete Arbeitsbeispiele seien eine bedarfsorientierte Hilfe im Rahmen für Kinderheime, Waisenhäuser, Alten-, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen, die Intensivierung von Begegnungen zwischen Vereinen, Schulen und Kommunen sowie die Weiterentwicklung kommunaler Partnerschaften innerhalb beider Kreise. Wichtig sei auch eine weitere Tourismusförderung und Unterstützung der Entwicklung des Wirtschaftsbereiches mit vielen Reisen, der Weiterbildung durch Hotel- und Gaststättenpraktikanten oder Projektarbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen. Appel wünscht sich die Entwicklung eines möglichst breiten sozialen und bildungspolitischem Aufgabenfeldes, dem sich die Gesellschaft stellt, um die bestehende Partnerschaft weiter zu festigen und zu weiterem Ausbau zu verhelfen.

Und was bleibt nach dem Ausscheiden aus der Freundschaftsgesellschaft für Karl-Heinz Appel, der für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, übrig? „Da gibt es immer noch jede Menge“, schmunzelt er mit Hinweis auf seine Tätigkeiten in der Flüchtlingshilfe, dem VHS-Aquajogging und dem Ausfahren der Lebensmittel für die Tafel. Aber das geht erst wieder, wenn er sich richtig gut an sein neues Knie gewöhnt hat.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert