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Eutin : Aus für Radwegpläne: Alte Bahntrasse bleibt Naturidyll

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Machbarkeitsstudie ergibt: Es gibt keine vernünftige Aussicht für einen Radweg auf dem ehemaligen Bahndamm, der Eutin und Neustadt verbindet.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 19:33 Uhr

Die ehemalige Bahnstrecke zwischen Eutin und Neustadt taugt nicht für eine neue Nutzung als Radweg. „Dieses Vorhaben ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht realisierbar“, stellte der Landschaftsplaner Joachim Möller als Fazit seiner Machbarkeitsstudie fest.

Diese Erkenntnis vermittelte er am Mittwochabend den Vertretern von Eutin, Neustadt, Süsel und Sierksdorf sowie Mitgliedern der Fahrradinitiative Eutin. Sie waren im Eutiner Bauamt zu der Informationsveranstaltung in Sachen Radwegplanung zusammengekommen; nach dem an Klarheit nicht zu überbietendem Vortrag des Planers kam keine weitere Diskussion zustande.

Ausschlaggebend für die deutliche Absage an das Projekt, dessen Grundidee Mitte 2013 in den beteiligten Gemeinden auf überwiegend positive Resonanz gestoßen war, sind laut Möller die Naturschutzbelange. Nach der Einstellung des Bahnbetriebes vor 30 Jahren habe sich auf und an der knapp 16 km langen Trasse ein durchgehender Biotop-Verbund entwickelt, der im Lande seinesgleichen suche. Das Vorkommen von Rotbauchunken und brütenden Kranichen zeige den Naturwert.

Entsprechend hoch seien die Schutzansprüche, die von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises als unverrückbar eingestuft würden. Wer dennoch daran rütteln wolle, müsse für die gesamte Strecke eine Biotop-Kartierung und für einzelne Bereiche Umweltverträglichkeitsprüfungen anstellen. Dafür seien mindestens 100 000 Euro aufzuwenden – und dann seien immer noch die grundbuchlichen Absicherungen für den Naturschutz nicht ausgeräumt. „Die Verträge sind wasserdicht, wer will es da noch nachträglich auf einen Rechtsstreit ankommen lassen?“, warnte Möller. Überdies seien auch die Stiftung Naturschutz und die Landesforsten gegen eine Reaktivierung der Wegstrecke für Radler und Wanderer.

Eutins Bauamtsleiter Bernd Rubelt konzedierte, dass Machbarkeitsstudien auch negative Ergebnisse haben können. Das Interesse an einer vernünftigen Radwegverbindung zwischen Eutin und Neustadt müsse nun zu anderen Lösungen führen.

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