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Marineunteroffiziersschule Plön : „Aus der Geschichte lernen“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Historiker des Deutschen Marinebundes überreicht Unteroffiziersanwärtern in Plön ein Buchpräsent

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Ein kritisches Bewusstsein für die deutsche Geschichte zu schaffen: Das gehöre seit langem zur Ausbildung von Unteroffiziersanwärtern in der Marine-
unteroffiziersschule (MUS) Plön. Doch aus Zeitgründen könnten nicht alle wichtigen Kapitel ausführlich behandelt werden, sagte der stellvertretende Lehrgangskommandeur Hark Gereke.

Gestern wurde eine Lücke geschlossen: Der Historiker Dr. Jann Markus Witt vom Deutschen Marinebund überreichte den knapp 200 Bootsmann-Anwärtern jeweils ein Exemplar seines Buches „Von Schwarz-Rot-Gold zu Schwarz-Rot-Gold“.

Es beschreibe den Zeitraum von der Gründung der Deutschen Marine im Jahr 1848 bis in die Gegenwart, schildert der Autor, und sei begleitend zur historischen Ausstellung des Marine-Ehrenmals Laboe entstanden.

Die Deutsche Marine werde nicht von Weltmachtbestrebungen geprägt, sondern stehe in einem Bündnis demokratischer Staaten, sagte Dr. Witt weiter. Die Waffengattung sei heute eine andere als zu Zeiten des Kaiserreiches oder des Kalten Krieges.

Die wichtige Aufgabe, die der Deutschen Marine heute zukomme, werde in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen, bedauerte der Historiker. Ohne den Schutz der Seewege für den Handel oder die Abwehr von Bedrohungen wären Wohlstand und Sicherheit in Deutschland jedoch gefährdet.

„Es ist wichtig, aus der Geschichte zu lernen und sich als fühlender Mensch, nicht nur als Funktionsträger zu verstehen“, betonte Dr. Witt mit Blick auf die Bootsmann-Anwärter. Die Erfahrung aus den beiden Weltkriegen gehöre zwar zur Geschichte der Deutschen Marine, nicht aber zu ihrer Tradition.

„Sie verkörpern in Ihrer Uniform eine gewisse Traditionslinie, die gewahrt bleiben muss“, sagte Hark Gereke zu den Anwärtern.

Der dienstälteste Unteroffizier, Oberstabsbootsmann Michael Wolfgang Rochel, äußerte Bedauern über eine „Aushöhlung wichtiger Werte“ und rief zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf: „Der Korpsgeist muss wieder hergestellt werden.“

 

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