DGB-Chef Uwe Polkaehn : Aufschwung auf wackligen Beinen

DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn sprach Sonnabend in Eutin vor der AfA-Landeskonzerenz.   Foto: M. Kuhr
DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn sprach Sonnabend in Eutin vor der AfA-Landeskonzerenz. Foto: M. Kuhr

DGB-Chef Uwe Polkaehn auf AfA-Landeskonferenz in Eutin zur Brüderle-Affäre: "Man muss nicht immer alles protokollieren."

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28. März 2011, 11:03 Uhr

Eutin | Optimismus versprühte am Sonnabend DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn. Auf der Landeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD sah er die Wirtschaftskrise als überwunden an.

Polkaehn stützte die Forderung der IG Chemie nach Lohnerhöhungen zwischen sieben und acht Prozent: "Wir brauchen Öl in den Scharnieren der Geldbeutel, damit es nicht mehr so quietscht, wenn wir sie öffnen." Es müssten jetzt die zur Kasse gebeten werden, die die Krise in Deutschland eingebrockt hätten. Zur Politik im Land sagte er: "Der Landtag wird wackeln und spätestens im Mail fallen."

Die Überwindung der Krise will Polkaehn nicht als Arbeit von Wirtschaftsminister Brüderle und der Bundesregierung verstanden wissen: "Die Regierung hat sich gegen Konjunkturprogramme ausgesprochen." Die Regierung wolle sich jetzt den Aufschwung in die eigene Tasche stecken.

"Wir haben drei Millionen Arbeitslose", rechnete Uwe Polkaehn vor. Dabei seien aber 4,5 Millionen Menschen in Deutschland ohne Beschäftigung. Damit stehe der Aufschwung auf mehr als nur wackligen Füßen. Zwar sei die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent zurückgegangen, doch bei den älteren Menschen habe sie um 12,8 Prozent zugenommen.

Es gebe viele Menschen, die gern arbeiten wollten. Polkaehn: "Mit diesen Menschen könnten wir den Fachkräftemangel beheben." So könnten auch die Langzeitarbeitslosen wieder in Beschäftigung gebracht werden. Polkaehn sprach sich in Eutin gegen die Leiharbeit und für einen Mindestlohn von 8,50 Euro aus: "Gute Arbeit erfordert eine faire Bezahlung und wir wollen Ordnung auf dem deutschen Arbeitsmarkt."

Nicht ganz einig waren sich die 53 Delegierten zur Zukunft der Fehmarnbeltquerung. Während die AfA die Fehmarn-Belt-Querung zukunftsweisend begleiten will, sprachen sich die ostholsteinischen Genossen gegegen eine feste Beltquerung aus. Dennoch reichte eine knappe Mehrheit für den Antrag.

Wolfgang Mädel (Kreis Plön) wurde einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Stellvertreter sind Kirsten Jöhnck (RD-Eckernförde) und Uwe Teut (Stormorn). Geschäftsführer bleibt Helmut Ulbrand (RD-Eckernförde). Als Beisitzer gehören dem Vorstand Inke Marie Jaschinski (Ostholstein), Karsten Wessels (Dithmarschen), Gunnar Reichwaldt (Neumünster), Gabriele Wegner (Steinburg), Norbert Petersen (Schleswig-Flensburg), Norbert Vahl (Pinneberg) und Dagmar Wilhelmy-Hellmuth (Kiel) an.

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