Aus dem Gericht : Aufs falsche Konto gezahlt: Geldstrafe

Er hatte sich vielleicht nichts Böses dabei gedacht. Und viele Jahre war es ja auch gut gegangen. Trotzdem war es Untreue, fand das Plöner Amtsgericht.

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08. März 2011, 11:22 Uhr

Plön | Ein 58-jähriger Hausbesitzer aus Ascheberg musste sich wegen Untreue verantworten, weil er die von drei Mietern bezahlte Mietkaution nicht auf ein gesondertes Konto einbezahlt hatte. Stattdessen hatte er das Geld auf das Konto für die laufenden Hauskosten eingezahlt. Dafür wurde er von der Richterin zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 30 Euro verurteilt. Die Strafe wurde vorbehaltlich, also zur Bewährung, ausgesetzt.

Insgesamt rund 3000 Euro hatte der Mann nicht vorschriftsmäßig verwendet. Da die Mieter noch in seinem Haus wohnen, entstand jedoch noch kein Schaden. Heraus kam die Sache nur, weil der Mann mit seinem Mietshaus Insolvenz anmelden musste.

Durch seine Scheidung sei er plötzlich von Steuerklasse drei in eins gerutscht. Und dann seien da noch so viele Kosten für das Haus gewesen und das Konto dadurch in die Miesen geraten. "Also fehlte das Geld für Heizöl. Und damit die Mieter nicht frieren, habe ich das Geld lieber dafür genommen", erklärte der Vermieter vor Gericht. Und außerdem hätten die betroffenen Mieter die Wohnung so verwohnt, dass sie sowieso kein Geld zurück bekommen werden, kündigte er an.

Argumente, die weder Richterin noch Staatsanwältin gelten lassen wollten. Auch wenn noch kein konkreter Schaden eingetreten sei - der Vermieter solle das Geld ja schließlich nur als Sicherheit haben und keine laufenden Kosten damit bezahlen, mahnte die Staatsanwältin.

Da aber eben noch kein konkreter Schaden eingetreten ist und der Angeklagte nicht vorbestraft sowie geständig war, einigten sich Staatsanwältin und Richterin auf eine vorbehaltliche Geldstrafe. Sollte er in den kommenden zwei Jahren wieder straffällig werden oder die ihm auferlegte Geldbuße von 300 Euro nicht zahlen, droht dem Angeklagten eine Strafe von 2400 Euro.

Wie unbelehrbar der Mann jedoch zu sein scheint, hatte er zuvor in seinem Schlusswort deutlich gemacht: "Es ist noch nie einer bei mir ausgezogen, ohne von mir sein Geld bekommen zu haben. Es ziehen ja auch immer wieder neue Leute ein, deren Kaution ich dann auszahlen kann."

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