Aufregung um erneute Bauarbeiten in der Stadtbucht

Sorgte für Wirbel: Ein Baugerät in der Stadtbucht erweckte den Anschein, als würden die Rammarbeiten fortgesetzt.
Sorgte für Wirbel: Ein Baugerät in der Stadtbucht erweckte den Anschein, als würden die Rammarbeiten fortgesetzt.

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12. Juni 2015, 14:54 Uhr

Sie glaubte ihren Augen nicht zu trauen: Sigrid Jürß, Sprecherin der Interessengemeinschaft der Anwohner, bemerkte gestern von ihrem Balkon aus ein Baugerät, das wie eine Ramme aussieht, bei der Arbeit. „Wir haben doch Baustopp“, sagte sich Jürß, machte ein Foto und zeigte es einem der Architekten, der zurzeit Schäden an Gebäuden an der Stadtbucht überprüft. Das Baugerät wurde als Ramme identifiziert. „Wir haben gleich einen Anwalt eingeschaltet“, sagte Jürß gestern. Es solle nicht sein, dass die Stadt entgegen richterlichen Beschluss mit den Rammarbeiten fortfahre.

Bauamtsleiter Bernd Rubelt dementierte gestern, dass eine Ramme im Einsatz sei. „Wir machen nichts, das dem Beschluss zuwider läuft“, sagte Rubelt dem OHA. Ein Baufahrzeug sei gestern mit Verfüllarbeiten hinter der bereits gesetzten Spundwand beschäftigt gewesen, klärte Rubelt auf. Es handele sich um kleinere Erdarbeiten, um die Zeit während des Baustopps zu nutzen. Unterdessen hat der Kreis Ostholstein den vom Verwaltungsgericht angeregten Ortstermin zum verfügten Baustopp an der Eutiner Stadtbucht begrüßt. Im Zuge der Diskussion um das Vorhaben diene ein solches Verfahren mit allen Beteiligten einer sachgerechten Aufklärung und Erörterung der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Aspekte, hieß es aus der Kreisverwaltung.

Der Kreis teilte außerdem mit, dass es sich bei der Neugestaltung der innerstädtischen Ufereinfassung am Eutiner See um eine Anlage des öffentlichen Verkehrs handele, die nicht vom Anwendungsbereich der Landesbauordnung erfasst werde. Somit bedürfe es hier auch keiner baurechtlichen Genehmigung, so der Kreis.

Das Vorhaben berühre vielmehr wasserrechtliche Belange und sei daher nach dem Landeswassergesetz geprüft und genehmigt worden. Im Bauablauf habe sich schließlich ergeben, dass die neue Uferfassung abweichend von der bestehenden ausgeführt werden solle und aufgrund der vorgefundenen Bodenverhältnisse einige Stützpfähle tiefer als bisher gesetzt werden müssten. Da aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass Grundwasserbelange berührt werden, habe die Kreiswasserbehörde ergänzend und vorsorglich ein Erlaubnisverfahren nach dem Wasserhaushaltsgesetz eingeleitet. Der dafür erforderliche Nutzungsantrag der Stadt mit fachgutachterlichen Aussagen liege dem Kreis inzwischen vor und sei in der Prüfung.

Anwohnerin Sigrid Jürß will weiter aufmerksam bleiben. „Wir werden das beobachten, was in der Stadtbucht vor sich geht.“ Falls notwendig werde die Interessengemeinschaft die Polizei einschalten, um mögliche (Ramm-)Arbeiten sofort unterbinden zu lassen.

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