Aufregende Schlussminuten

Fußball-Verbandsliga-Spitzenspiel zwischen Oldenburg und Eutin 08 vor über 500 Zuschauern mit einer Roten und zwei Ampelkarten

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18. November 2013, 00:33 Uhr

In der 80. Minute wurde das Spitzenspiel der Fußball-Verbandsliga Südost zwischen dem Tabellendritten und dem Spitzenreiter entschieden. Ein Abseitspfiff, dem ein Schuss ins Tor und danach die Gelb-Rote Karte gegen den Schützen folgten, stellten die Weichen für den 3:1(0:0)-Erfolg der Sportvereinigung Eutin 08 beim Oldenburger SV. Der Treffer hätte die Oldenburger 2:0-Führung bedeutet, so blieb es beim 1:0. Zudem gerieten die Oldenburger in Unterzahl. Nach Rico Bork, der für den Torschuss nach Spielunterbrechung regelkonform bestraft wurde, sah Maximilian Petyrek nach einer Unsportlichkeit Rot. So spielten neun Oldenburger gegen elf Eutiner, die durch den eingewechselten Florian Schumacher (81.) und Kevin Hübner (82., 90.+2) das Spiel noch drehten.

Der Oldenburger Trainer Andreas Brunner konnte es nicht fassen. Immer wieder sagte er über die Schlüsselszene: „Das war nie abseits. Wenn das Tor zählt, führen wir 2:0, dann schießen die Eutiner nie ein Tor.“ Seine Argumentation war schlüssig, hatte aber den Haken, dass der junge Schiedsrichter Florian Toschka auf Abseits erkannt hatte. Auch die Gäste beendeten die Partie, die Toschka souverän leitete, nicht vollzählig. Tim Brunner sah ebenfalls Rot (86.).

Lange Schlangen bildeten sich schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff vor dem Kassenhäuschen. 542 zahlende Zuschauer wollten das Ostholstein-Derby sehen. „So viel war hier seit 20 Jahren nicht mehr los“, staunte ein Zuschauer, als der Strom der Fans nicht abreißen wollte.

Beide Mannschaften spielten auf dem kleinen Kunstrasenplatz taktisch diszipliniert. Eutin 08 hatte in der ersten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel. Die Oldenburger hatten durch Rico Bork die erste Chance, seinen Aufsetzer aus gut 20 Metern wehrte der Eutiner Torhüter Fabian Oeser mit Mühe ab (15.).

Auf der anderen Seite wirbelten Kevin Hübner, Felix Ahlers und Florian Sax die Oldenburger Abwehr immer wieder durcheinander. In der 22. Minute rettete der Oldenburger Marcel Schröder vor Hübner, dann beförderte Philip Nielsen den Ball mit einem Hechtkopfball vor dem einschussbereiten Florian Sax aus der Gefahrenzone (30.). Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde die Begegnung härter, Schiedsrichter Toschka griff konsequent durch.

Auch nach der Pause behielten beide Teams ihre taktische Disziplin bei. Überraschend gingen die Oldenburger in Führung, als Kapitän Philip Nielsen einen Kopfball im rechten Eck unterbrachte (64.). Die Gastgeber bestimmten jetzt das Spiel – bis zur 80. Minute.

Mit den beiden Platzverweisen gegen Oldenburg nahm verständlicherweise die Hektik zu. Eutin 08 nutzte die Überzahl blitzschnell aus. Florian Schumacher, der für Lasse Leinweber gekommen war (79.), glich zum 1:1 aus (82.). Nur eine Minute später brachte Kevin Hübner die Gäste in Führung (83.). Die Oldenburger gaben sich nicht geschlagen, bauten mit neun gegen zehn Druck auf. Die Eutiner Abwehr geriet einige Male in Verlegenheit. Erst in der Nachspielzeit machte erneut Hübner mit dem 3:1 den unter dem Strich verdienten Eutiner Sieg klar.

„Wir haben nach dem Rückstand gezeigt, dass wir gefestigt genug sind, auch schwierige Situationen zu meistern“, sagte Mecki Brunner nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft habe die taktische Marschroute hervorragend umgesetzt. „Das Ding ist noch nicht durch“, warnte Mecki Brunner allzu große Optimisten. Zwar beträgt der Vorsprung vor Oldenburg schon sieben Punkte, aber der TSV Pansdorf bleibt nach dem 1:0-Erfolg in Tremsbüttel mit nur einem Zähler Rückstand der hartnäckigste Verfolger der Eutiner: „Wir werden Pansdorf nicht unterschätzen.“

Dem brüderlichen Verhältnis von Andreas und Hans-Friedrich, genannt „Mecki“ Brunner soll das sportliche Duell nichts anhaben. „Nächste Woche sitzen wir wieder zusammen, denn wir sind beide zum 50. Geburtstag bei unserem Bruder Olaf eingeladen“, stellte Mecki Brunner fest.

Sportlich geht es für die Eutiner am kommenden Sonnabend um 14 Uhr gegen Grün-Weiß Siebenbäumen weiter, während die Oldenburger am Sonntag um 14 Uhr bei Rot-Weiß Moisling spielen.

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