Auflage gefährdet Blues-Challenge

Die Blues-Challenge (hier der Blick auf die Bühne 2017) ist dieses Jahr in Gefahr.
Die Blues-Challenge (hier der Blick auf die Bühne 2017) ist dieses Jahr in Gefahr.

Stadtvertreter einhellig überrascht durch Forderung der Verwaltung

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08. März 2018, 00:33 Uhr

Die Hoffnung, eine direkte Antwort vom Bürgermeister zu bekommen, erfüllte sich nicht für Barbara Bloch und Helge Nickel vom Verein Baltic-Blues am Dienstagabend im Hauptausschuss. Carsten Behnk war nicht da. Aber die beiden erhielten die Bestätigung, dass die Stadtvertreter bereit sind, den Wochenmarkt wegen der Blues-Callenge 2018 zu verlegen.

Genau das Gegenteil steht in einem Brief, den der Verein Anfang März bekommen hatte: Es sei „Wunsch der Stadtvertretung“, dass die für 29. Juni bis 1. Juli 2018 geplante Blues-Challenge die Ausrichtung des Wochenmarktes am 30. Juni auf dem Marktplatz ermöglichen müsse. Deshalb dürften die Blues-Challenge-Veranstalter die Seite des Platzes vor dem ehemaligen Sky-Markt nicht für Essens- und Getränkestände nutzen.

Barbara Bloch, Vorsitzende des Vereines Baltic-Blues, schilderte in der Einwohnerfragestunde, dass der Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung im August 2017 gestellt, die Genehmigung aber erst am 1. März 2018 erteilt worden sei – darin die Auflage, den Platz vor Sky freizuhalten. Auf Nachfrage sei dann in einem Brief des Ordnungsamtes auf den Willen der Stadtvertretung verwiesen worden.

Man wisse von eine Gespräch im Januar zwischen Verwaltung und einem Händler, der aber nicht legitimiert sei, für alle Marktbeschicker zu sprechen. Nachfragen auf dem Markt hätten ergeben, dass andere Händler davon gar nichts wüssten.

Ohne die Einnahmen der Gebühren von den traditionell fünf umsatzstarken Ständen auf der einen Marktseite sei die Finanzierung der Blues-Challenge „gestorben“, ergänzte Nickel, Kassenwart des Vereines. Wenn er den wartenden Standbetreibern nicht umgehend zusagen könne, seien die vielleicht weg. Und ohne diese Einnahmen müsse die komplette Blues-Challenge abgesagt werden, warnte Nickel. Und ohne die Challenge gerate auch die Finanzierung des Blues-Festivals vom 18. bis 21. Mai ins Wanken.

Der Ausschuss leitete das Anliegen mit der Aufforderung, unverzüglich zu reagieren, an den Bürgermeister weiter. Vertreter von SPD, Grünen, CDU und FDP – von der FWE war niemand anwesend – machten deutlich, dass es keinen Beschluss der Stadtvertretung gebe, den Wochenmarkt nicht zu verlegen.

„Das finde ich alles sehr seltsam“, sagte Elgin Lohse (CDU) mit Blick auf den Brief aus dem Ordnungsamt. Margret Möller (FDP) ließ Empörung erkennen: Es dürfe auf keinen Fall passieren, dass durch solche Auflagen die von der Stadt geförderte Veranstaltung Blues-Challenge zu Fall gebracht werde. Eike Diller (Grüne) formulierte die Forderung an den Bürgermeister, dass er spätestens bis heute reagieren und den Sachverhalt klären müsse.

Gestern äußerte sich auf OHA-Nachfrage Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt dazu. „Die Verwaltung hatte eine entsprechende Ordnungsverfügung an den Veranstalter übermittelt. Das Anschreiben war leider fehlerhaft formuliert. Darüber werden wir im nächsten Hauptausschuss am kommenden Dienstag informieren.“

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