Start in Timmdorf : Auf zu tollkühnen Wellenritten

Haben alle Sachen gepackt: (von links) Jürgen Skop, Helmut Mahnke und Dr. Jens Boysen.
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Haben alle Sachen gepackt: (von links) Jürgen Skop, Helmut Mahnke und Dr. Jens Boysen.

Jürgen Skop, Helmut Mahnke und Dr. Jens Boysen starten heute zu einer 1300 Kilometer langen Paddeltour auf Moldau und Elbe

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29. Juni 2013, 09:27 Uhr

Timmdorf | Fein säuberlich sind Zelt, Stuhl, Tisch, Gaskocher, wasserdichtes Handy, wichtige Medikamente und ein Fernglas auf dem Fußboden aufgereiht. Das Wohnzimmer von Jürgen Skop am Dieksee in Timmdorf bietet Platz für die Vorbereitung der nächsten Paddeltour. Gemeinsam mit Helmut Mahnke (74) aus Eutin und Dr. Jens Boysen (39) aus Malente stürzt sich Jürgen Skop am heutigen Sonnabend in ein neues Abenteuer: Die drei begeisterten Wassersportler wollen in vier Wochen 1300 Kilometer auf der Moldau und der Elbe zurück bis nach Timmdorf paddeln.

Jürgen Skop geht in den äußert peniblen Vorbereitungen der Moldau-Tour auf. Der 77-Jährige hat viel Routine. "Ich bin mit 45 000 Streckenkilometern schon ein Mal um die Welt gepaddelt", sagt er. Zuletzt war er auf der Donau und der Loire unterwegs. Gemeinsam wollen die drei innerhalb von 30 Tagen von Vyssi Brod südlich von Budweis durch die Moldau, die Elbe, die Stör, die Wilster au, den Nord-Ostsee-Kanal, die Eider bis Kiel und die Schwentine bis in die Diekseebucht gelangen.

Warum macht man in dem Alter noch solche Touren? Ist man dazu überhaupt körperlich in der Lage? "Das sind keine Drogen, sondern nur unsere innere Einstellung", schwärmt Jürgen Skop. Er sei im Verein groß geworden und schaue heute noch aus sich heraus wie mit 20 Jahren. Skop: "Aber im Spiegel sehe ich dann, dass ich bereits ein wenig älter bin, aber eben nicht vom Wesen." Daher habe er noch viele junge Freunde mit ihren Familien, mit denen er gewachsen sei und sich ergänzte.

"Wir werden pro Tag zwischen 50 und 70 Kilometer zurücklegen", berichtet der 74-jährige Helmut Mahnke in großer Vorfreude. Denn: Ihre Frauen hätten sie noch mal losgelassen... Jürgen Skop hat Stromschnellen und Wehre aus der Fachliteratur ausgekundschaftet. Auch über Google-Earth im Internet erfuhr er wichtige Details - zum Beispiel über Campingplätze.

Lediglich das Hochwasser der Elbe brachte das Trio zum Nachdenken. "Auf unserer Passage herrscht derzeit Schifffahrtsverbot", weiß Skop. Derzeit sei dort der Flusslauf gar nicht mehr zu sehen. In Sachsen-Anhalt sei es ähnlich. Schwierig seien gerade zu Beginn der Tour auf der Moldau auch 39 Wehre bis zur deutschen Grenze. Eingeschweißte Routenpläne helfen Skop, Mahnke und Boysen bei der Bewältigung der Strecke. "Ich bin schon oft nass geworden", erinnert sich Skop. Das spornt ihn an, die Vorbereitung gewissenhaft anzugehen.

So liegt die Bootsladung für die Tour bereits ausgebreitet auf dem Fußboden der Wohnstube. Sie wird die Paddler begleiten. Dazu zählen auch ein Radio, das durch Aufdrehen ohne Batterie funktioniert, ein Laptop für die täglichen Strecken-

berichte und eine Wassertasche zum Waschen der Wäsche, die normal für eine Woche reicht. Mehr Platz ist nicht im Kanu.

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