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Überraschung in Malente : Auf Malente wartet viel Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

GLC zeigt sich nach Vertragskündigung enttäuscht von Bürgermeisterin Rönck.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2016 | 19:26 Uhr

Aus Sicht von Prof. Martin Weigel hat Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck ein gerüttelt Maß zum vorzeitigen Abgang seines Unternehmens „GLC Glücksburg Consulting“ aus Malente beigetragen. Rönck habe medial zu einer vorzeitigen Kündigung aufgerufen, obwohl sie bislang nie das Gespräch mit GLC gesucht habe, lautet Weigels Vorwurf. „Selbst unsere schriftliche Nachfrage nach den konkreten Kritikpunkten, die Frau Rönck bisher nie benannt hat, blieb von ihr unbeantwortet“, kritisierte er gestern in einer Pressemitteilung.

Die Verwaltungschefin begrüßte zunächst einmal die GLC-Entscheidung: „Ich halte es für einen klaren und sauberen Schnitt, den GLC macht – meinen Respekt“, erklärte sie dem OHA. Sie habe schon im Wahlkampf deutlich gemacht, dass sie sich die touristische Arbeit in Malente anders vorstelle. Sie habe diese in Oldenburg anders kennengelernt. „Dort gab es einen ständigen Austausch. Es sind Leute, die dafür brennen. Das habe ich hier vermisst.“

Die nun getroffene Entscheidung erspare Malente vielleicht unschöne Diskussionen, bedeute aber auch viel Arbeit, um einen guten Neuanfang hinzubekommen. „Darauf bin ich mental eingestellt“, sagte Rönck. Auf die schriftliche Nachfrage von GLC zu konkreten Kritikpunkten habe sie im 16. Dezember geantwortet, erklärte Rönck weiter. Das GLC-Kündigungsschreiben, das sie am gestrigen Montag erreicht habe, trage das gleiche Datum. In ihrem Schreiben habe sie GLC mitgeteilt, dass ihre Meinung zu dem Thema feststehe.

Aus Sicht von GLC ist die Entfremdung nicht nachvollziehbar: „Die Kündigung des Vertrages ist umso bedauerlicher, als dass die Zahl der vertraglich mit GLC zusammenarbeitenden Vermieter in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist“, sagte Weigel. Laut Statistischem Landesamt verzeichne Malente auch 2016 bis September erneut eine Steigerung der Ankünfte von 11,6 Prozent und eine Steigerung der Übernachtungen von 5,5 Prozent.

GLC will die Vermittlungsleistungen für seine vertraglich verbundenen Vermieter unverändert fortsetzen. Dafür werde man mit seinen Vermietern besprechen, wie die persönliche Betreuung vor Ort weiter sichergestellt werden könne.

Mit der Beendigung der touristischen Dienstleistung werde GLC die Tourist-Information zum Jahresende 2017 schließen und den Pavillon an die Gemeinde zurückgeben. GLC gehe davon aus, dass die Gemeinde Malente hinsichtlich der Details der Abwicklung des Geschäftsbesorgungsvertrages und weiterer Fragen, wie etwa der Übertragung der Nutzungsrechte am touristischen Außenauftritt sowie der touristischen Website, kurzfristig das Gespräch suchen werde. Mit Ende der Vertragslaufzeit werde auch der Betrieb der Bahnagentur am Standort Malente eingestellt. Von der Kündigung betroffen seien die vier in Malente lebenden Mitarbeiterinnen.

Sie gehe nun davon aus, dass der Tagesordnungspunkt „Kündigung des GLC-Vertrags“ für die Sitzung der Gemeindevertretung am kommenden Donnerstag abgesetzt werde, erklärte Rönck. Dann müsse aus ihrer Sicht relativ schnell der Tourismusausschuss tagen. „Ich würde gern eine Arbeitsgruppe bilden, die ohne die Einhaltung von Ladungsfristen tagen kann, so dass wir nach einem Vierteljahr wissen, wohin es geht.“ Mögliche Varianten seien eine erneute Ausschreibung der touristischen Vermarktung, eine Anstalt öffentlichen Rechts, ein Eigenbetrieb oder eine GmbH. „Ich hoffe, dass wir um und bei April wissen, wohin es geht, um auch Personal zu suchen.“ Dabei und bei der Suche nach Ideen setze sie auch auf Schützenhilfe der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz.

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