Eutin : Auf der Lauer vor der Glätte

Das Salz hat eine unterschiedliche Körnung.  Foto: Susanne Link
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Das Salz hat eine unterschiedliche Körnung.

100 Tonnen Salz lagern einsatzbereit. Der Baubetriebshof Eutin ist auf den Winterdienst vorbereitet.

shz.de von
22. November 2018, 16:35 Uhr

Nicht nur für die Karnevalisten ist die „fünfte Jahreszeit“ ausgebrochen, auch für den Baubetriebshof in Eutin. „Seit Montag liegt der Winterdienst-Einsatzleiter auf der Lauer“, sagte Jan Rohe, stellvertretender Betriebsleiter des Baubetriebshofes. Die Temperaturen sinken, sodass der Baubetriebshof, der fürs Streuen und Räumen der Straßen in Eutin verantwortlich ist, sich für die Wintersaison wappnet. „Wir fühlen uns auf den Winter gut vorbereitet“, sagte Rohe.

In der neuen Halle auf dem Gelände am Meinsdorfer Weg warten 100 Tonnen Salz auf ihren Einsatz. Diese Menge sei seit Jahren unverändert. „Wir rechnen und bereiten uns immer auf einen Durchschnittswinter vor“, erklärte Rohe. Es könne jederzeit mehr Salz nachgeordert werden. Im letzten Jahr musste das Salz in der Fahrzeughalle gelagert werden, da die alte Halle aus statischen Gründen nicht erhalten werden konnte. Seit Mai ist die neue Halle mit einem Fassungsvermögen von rund 200 Tonnen fertig gestellt.

Insgesamt sind 26 Mitarbeiter des Baubetriebshofes am Winterdienst beteiligt. Der eingeteilte Einsatzleiter fährt täglich Kontrolltouren auf der Suche nach Glätte. „Das sind die Kollegen, die schauen – während alle noch schlafen – ob es glatt ist,“ sagte Rohe. Ab 3 Uhr ist der Einsatzleiter in Bereitschaft. Mit drei Groß- und vier Kleinfahrzeugen bekämpfen die Mitarbeiter bis 20 Uhr Schnee und Eis. Dann ist Schluss. Bis morgens dürfen der Schnee und die Glätte dann liegen bleiben.

Der Winterdienst stößt teilweise auch an seine Grenzen: „Wir geben uns die größtmögliche Mühe, aber wir können nicht überall gleichzeitig sein“, erklärte Rohe über die hohen Erwartungen der Bürger. Nach Auskunft des Tiefbauamtes hat man als Fahrer nicht den Anspruch auf eine „schwarze Straße“. Verkehrsteilnehmer müssten sich an die Wetterbedingungen anpassen. Einige Grundstückseigentümer sind auch in der Pflicht selber für die Räumung und Streuung der anliegenden Gehwege und Straßen zu sorgen.

Auf den Gehwegen wird statt des normalen Streusalzes ein Sand-Salz-Gemisch verwendet, damit der Sand nicht zum Block gefriert. Auf den Straßen achte man auf eine ideale Abdeckung, dass durch eine Salzlösung gewährleistet werden soll. Denn neben den Erwartungen der Stadt Eutin und der Bürger, soll auch die Umwelt geschont werden. Durch die Salzlösung bleibe das Salz dort wo es sein soll, sodass geringere Mengen ausgestreut werden müssen und die umliegenden Bäume geschont werden.  Der Winterdienst ist bis Ende März geplant.

Räum- und Streupflicht in Eutin

Die Gemeinden sind berechtigt, ihre Räum- und Streupflichten den Eigentümern von Grundstücken aufzuerlegen. In Eutin sind die Gehwege überwiegend in der Verantwortung der anliegenden Grundstückseigentümer. In manchen Straßen ist der Eigentümer auch verantwortlich für die Fahrbahn. Die Winterdienstpflicht kann auch auf den Mieter übertragen werden. Zwischen 8 und 20 Uhr müssen die entsprechenden Bereiche geräumt und gegebenenfalls gestreut sein. Sonst droht eine Ordnungswidrigkeit.

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