Eutin : Attraktive Innenstadt - nicht nur für Kunden

Lübecks Stadtbildpfleger Hans-Achim Körber hielt in Eutin einen Vortrag zum Thema "Gestaltung von Werbung im öffentlichen Raum".

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14. Oktober 2011, 11:51 Uhr

Eutin | An und für sich ging es im dem Vortrag von Lübecks Stadtbildpfleger Hans-Achim Körber um die "Gestaltung von Werbung im öffentlichen Raum". Doch die anschließende Diskussion drehte sich schnell um die Frage: Wie bleibt die Eutiner Innenstadt überhaupt attraktiv - für Kunden und Bewohner.

"Wir müssen dafür streiten, dass jeder, der am öffentlichen Raum Teil hat, sich auch dafür verantwortlich fühlt", hatte Körber zuvor gesagt. Und: "Die Warenauslage kann auch eine Bereicherung sein, etwa bei Blumen- oder Töpfergeschäften." Ähnlich wie Lübeck habe Eutin einen gewachsenen Stadtkern, der sich nicht für Autos eigne. Und genau hier lag für viele der rund 40 Zuhörer das Problem. "Ich finde, ein Parkplatz muss nicht direkt in der Stadt sein. Man kann auch ruhig mal 300 Meter weiter gehen", sagte Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft. Doch diese Meinung blieb nicht unwidersprochen: "Äpfel und Kartoffeln sind schon schwer", entgegnete eine Zuhörerin. Sie glaube nicht, dass sich die derzeitige Parksituation mit einer wohnortnahen Versorgung verbinden lasse.

Ein Zuhörer äußerte die Sorge, dass die Innenstadt durch die Verbannung des Verkehrs nicht mehr als Wohnquartier attraktiv sei. Eine Strategie dagegen könne sein, so Körber, die innerstädtischen Parkplätze Schritt für Schritt nur noch für Anwohner frei zu geben.

Doch auch das ursprünglich Thema des vom Bauausschuss initiierten Vortrages kam in der Diskussion zur Sprache. In Sachen Werbeaufsteller sei weniger mehr, sagte der stellvertretende Bürgervorsteher Karlheinz Jepp (SPD). "Wir sollten mit der Kaufmannschaft reden, was man wegnehmen kann", forderte er. Doch auch die Politik müsse ihren Teil dazu beitragen, entgegnete Henning von Schöning (Grüne). "Auch die Parteien sollten mit ihren Plakaten Maß halten."

Doch nicht nur Werbung und Plakate verschrecken Gäste, gab LMK-Geschäftsführer Andreas Booke zu bedenken. "Die oberste Priorität sollte Sauberkeit haben und dass die Leute die Stadt als schön empfinden." Das Problem sei seiner Meinung nach, dass viele Besitzer von Innenstadthäusern sich nicht mit der Stadt identifizierten. Und demzufolge bei der Sanierung wenig aufs Umfeld achteten.

Wie auch immer sich die Situation in der Kreisstadt entwickele: "Ich habe für Eutin die besten Prognosen", schloss Hans-Achim Körber seinen Vortrag. Und zwar, weil im alle so geduldig zugehört hätten.

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