Plön : Arzt empfiehlt: Keine Untersuchung auslassen

Patienten bleiben aus Angst vor Ansteckung den Praxen fern. So könnten Erkrankungen unentdeckt bleiben.
Patienten bleiben aus Angst vor Ansteckung den Praxen fern. So könnten Erkrankungen unentdeckt bleiben.

Corona kann auch gefährlich werden, wenn Menschen sich aus Furcht vor Ansteckung nicht in Arztpraxen trauen.

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29. April 2020, 11:19 Uhr

Plön | Auch ohne Corona-Infektion kann diese Zeit für manche Menschen gefährlich sein. Nämlich dann, wenn Patienten aus Angst vor Ansteckung den Praxen fern bleiben und Krankheiten deshalb zu spät entdeckt werden. Ein Plöner Arzt warnt eindringlich davor, normale Kontrolluntersuchungen nicht wahrzunehmen. Er habe Angst, viele seiner Patienten zu spät zu sehen.

Metastasen blieben zunächst unentdeckt

Der Mediziner berichtet von einem Mann, der sich wegen seiner Rückenschmerzen nur schnell eine Spritze geben ließ, statt sich eingehend untersuchen zu lassen. Eine MRT (Magnetresonanztomographie) habe später gezeigt, dass Ursache der Schmerzen kein Bandscheibenvorfall, sondern Metastasen waren.

Er befürchtet, dass viele Patienten Symptome bagatellisierten. Die Ärzte im Kreis Plön verfügten inzwischen über ausreichend Material zum Schutz des Personals und der Patienten wie Masken und Handschuhe.

Furcht: Patienten könnten Symptome  bagatellisieren

Der Mundschutz wappne aber nicht gegen Corona, wie viele Menschen glaubten und sich in trügerischer Sicherheit wiegten. Er halte nur einen Teil der Viren ab und schütze in erster Linie die anderen.

Falsche Anwendung schütze gar nicht, meint der Arzt, wenn die Maske nicht die Nase bedecke oder sie unter dem Kinn nicht zugebunden werde. Die Frage sei auch, wo man eine Maske herbekomme.

Es gebe nur noch sehr wenige FFP-3-Masken, der Filter der FFP-2-Masken sei nicht so engmaschig. „Ein Seidenschal vor Mund und Nase tut es auch“, rät der Allgemeinmediziner, der sich und sein Personal mit OP-Masken schützt.

Patienten treten einzeln ein, alles wird desinfiziert

In der Praxis habe man die Stühle auf zwei Meter Abstand auseinander gerückt und lasse Patienten nur einzeln eintreten. Stündlich würden alle Flächen desinfiziert. Den Tresen habe man mit einer Abstandskordel und Plexiglas versehen.

Von den zunehmenden Video-Sprechstunden hält der Plöner wenig: „Ich muss den Patienten sehen, sein Erscheinungsbild, die Haut, die Augen“, prognostiziert er andernfalls eine Fülle von Fehldiagnosen. Auch sei es per Video leichter, eine Krankschreibung zu bekommen.

Der neuartige Antikörpertest sei in seiner Praxis bereits vergriffen. Doch der Test erfasse auch andere Viren und das Ergebnis sei nicht 100-prozentig Corvid-19 zuzuordnen und spiegele falsche Sicherheit, warnt der Mediziner.

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