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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 02:29 Uhr

„Armin Ehrich“ ist insolvent

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bemühungen, den Malenter Traditionsbetrieb zu retten, sind gescheitert / Die meisten Mitarbeiter haben neue Arbeitsplätze

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 18:46 Uhr

Ein Blick auf die zumindest bis gestern immer noch aktive Internet-Seite des Unternehmens offenbart schlaglichtartig, warum der Betrieb nach mehr als 115 Jahren am Ende ist: „In Kürze werden Sie hier eine umfassende Internetpräsenz finden“, verkündet dort „Armin Ehrich“. Doch dazu wird es nicht mehr kommen, die Zimmerei, Dachdeckerei und Bautischlerei in der Malenter Kampstraße ist insolvent. „Der Betrieb wurde eingestellt“, teilte der Hamburger Rechtsanwalt Wolfgang Weidemann mit, den das Eutiner Amtsgericht zum Insolvenzverwalter bestellt hat. Am Ende hatte das Traditionsunternehmen wohl den Anschluss an die modernen Zeiten verpasst. Die Aufträge wurden knapp, Schulden türmten sich auf.

Bemühungen Weidemanns, „Armin Ehrich“ noch zu retten, liefen ins Leere. Die meisten der zehn Mitarbeiter hätten nach Bekanntwerden der Insolvenz im Januar neue Arbeitsplätze gefunden, sagte Weidemann. Daher habe es keine Möglichkeit gegeben, den Betrieb weiterzuführen. Die letzten verbliebenen Mitarbeiter seien gekündigt worden.

Zwar habe sich zuvor noch ein Interessent für den Betrieb gemeldet, dieser habe letztlich aber keine ernsthaften Absichten gezeigt, die Geschäfte fortzuführen. Letztlich wären laut Weidemann für eine erfolgreiche Fortführung des Betriebs wesentlich mehr Aufträge nötig gewesen.

Ein Hamburger Auktionshaus habe die Betriebsmittel wie etwa Maschinen und Fahrzeuge inventarisiert und werde diese versteigern, das Grundstück sei nur gepachtet gewesen. Die Abwicklung des Betriebs sei harmonisch verlaufen, betonte Weidemann: „Alle Aufträge, bis auf einen, sind abgewickelt, die Kunden haben bezahlt.“ Ein Auftrag sei zurückgegeben worden.

„Armin Ehrich“ wurde bereits 1901 gegründet. Im Jahr 1992 war das Unternehmen dann in eine GmbH umgewandelt worden.

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