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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 17:39 Uhr

Malente : Archivsuche ist beendet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus hat die Gemeinde nun Räume gefunden – im Keller unter der Sparkasse

Wer suchet, der findet, lautet ein Bibelzitat, das offenbar auch für die Gemeinde Malente gilt. Denn die hat jetzt nach langer Suche endlich einen Platz für ihre alten Akten und sonstige Unterlagen gefunden, die dauerhaft aufbewahrt werden müssen. Diese werden künftig im Keller des Sparkassen-Gebäudes gelagert.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um die ehemalige Registratur der Sparkassen-Filiale in Eutin Neudorf, die Hans-Peter Wandhoff der Gemeinde angeboten hatte (wir berichteten). Das Archivgut soll vielmehr im Keller des Gebäudes lagern, in dem die Malenter Sparkassen-Filiale untergebracht ist, erklärte Hauptausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon auf Anfrage. Der Hauptausschuss habe sich mehrheitlich für die Anmietung der rund 90 Quadratmeter großen Räume in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus ausgesprochen. Diese seien erst vor kurzem frei geworden, sagte Salomon.

Vor der Nutzung sind aber noch einige Umbauten zu erledigen. So dürfen in Archivräumen beispielsweise keine Wasserleitungen verlaufen. Um den Keller archivtauglich zu machen, sind daher im noch zu beschließenden Nachtragshaushalt der Gemeinde 8900 Euro vorgesehen. Die Mietkosten lägen bei monatlich 350 Euro einschließlich Nebenkosten, erklärte Salomon.

Die Gemeinde benötigt dringend neue Archivräume, weil das Archiv im Rathaus feucht ist und die Archivalien darunter leiden. Außerdem droht langsam der Platz auszugehen. Da die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, ein Archiv vorzuhalten, war guter Rat teuer. Die Idee, ein Archiv im Haus des Kurgastes einzurichten, scheiterte an den Kosten. Eine denkmalgerechte Herrichtung der Räume hätte rund 70 000 Euro gekostet. Die Räume in Eutin hätten dagegen erhebliche Fahrtwege für die Rathaus-Mitarbeiter bedeutet. Nun können Akten, wenn sie von Bürgern angefordert werden, rasch aus dem Nachbargebäude geholt werden, betonte Bürgermeister Michael Koch im Finanzausschuss: „Es wäre ein Leichtes, das Archivgut ins Rathaus zu holen.“

„Das gute liegt so nah“, könnte man da mit Goethe sagen, doch das sieht Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren anders. Sie bezweifelte, dass die Räume wirklich geeignet seien und nicht ebenfalls feucht wie der Rathauskeller und forderte vergeblich, die im Nachtragshaushalt für das Archiv vorgesehenen Mittel zu streichen. Statt dessen brachte sie eine Digitalisierung des Archivguts ins Spiel. Eine Digitalisierung aller Akten werde jedoch zwei Jahre dauern, erklärte Salomon. So viel Zeit habe die Gemeinde nicht. Zudem müssten manche Archivalien trotzdem im Original aufbewahrt werden. Angesichts der langen Suche, die hinter der Gemeinde liegt, sprach er von einer „einfachen und vernünftigen Lösung“.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 16:32 Uhr

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