Architekten prüfen Schulstandort

Bauamtsleiter Henning Schröter (re.) erklärte gemeinsam mit Schulleiter Sven Ulmer, die Möglichkeiten am Schulstandort.
Bauamtsleiter Henning Schröter (re.) erklärte gemeinsam mit Schulleiter Sven Ulmer, die Möglichkeiten am Schulstandort.

Machbarkeitsstudie für Gemeinschaftsschule beauftragt / Planungen für Dreifeldhalle am Eutiner Güterbahnhof liegen auf Eis

shz.de von
07. November 2018, 10:22 Uhr

Es war ein intensive Schulausschusssitzung am Dienstagabend – mit Verantwortlichen aller Schultypen der Stadt, Fachkräften und Gästen, die angesichts von Schulthemen und Kulturförderung auf der Tagesordnung in den Saal drängten.

Das Fazit vorweg: Die Machbarkeitsstudie für die Gemeinschaftsschule ist beauftragt, die Dreifeldhalle wird nicht ausgeschrieben, bevor kein Ergebnis auf dem Tisch liegt und die Fraktionsvorsitzenden setzen sich mit Verwaltung und Bürgerinitiative zu einem Gespräch zusammen, um Klarheit in die Kostenschätzungen zu bekommen, die auf verschiedensten Annahmen beruhen. Für einen Eutiner Schulausschuss war das eine erfolgreiche Sitzung – und eine, die gezeigt hat, was im guten Miteinander alles möglich sein kann.

Die Schulleitungen Sven Ulmer (Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule) sowie Brigitte Rönnfeldt (Gustav-Peters-Grundschule) und Antonie Schwirz (Förderzentrum) stellten ihre jeweiligen Raumvorstellungen für modernen pädagogisch Unterricht vor. Diese wurden teils in vorheriger Zusammenarbeit mit den bisherigen Raumbüchern (Inhaltsverzeichnisse eines Gebäudes) abgeglichen und Kompromisslösungen erarbeitet. Eines wurde in der Diskussion deutlich: Redebedarf gibt es bei der jeweiligen Größe für Klassen- und Differenzierungsräume, die zur Gruppenarbeit und Förderung genutzt werden sollen. Sowohl Ulmer als auch Rönnfeldt und ihre Außenstellenleiterin für den Standort Kleiner See, Barbara Kleinmann, plädierten für eine Klassenraumgröße von 70 Quadratmetern. Bislang sind diese im Bestand bei beiden Schulen deutlich kleiner, an der Wisser-Schule im Schnitt bei 55 Quadratmetern. Ulmer stellte die Idee einer Zweieinhalbfeldhalle mit nutzbarer Bühne am Standort Elisabethstraße vor: „Das wäre ein Kompromiss, wenn wir auf eine Aula verzichten.“ Für den Sportunterricht bedeute dies allerdings Ausfall bei Veranstaltungen.

CDU und Grüne machten mit ihren Nachfragen schnell deutlich, dass jeder Quadratmeter auch Geld koste. „Unserer Fraktion sind 70 Quadratmeter zu groß“, sagte Sascha Clasen (CDU). Darauf kam der Hinweis von Ulmer, dass Politik bereits im April 2017 ein Raumbuch mit genau dieser Klassenzimmergröße beschlossen habe. Er zeigte sich enttäuscht, dass die Diskussion nun um die Größe stattfinde, „wo wir doch dabei sind, Kompromisslösungen zu suchen“. Die Vergleiche mit anderen Eutiner Schulen, wie den beiden Gymnasien, hinke, weil deren Inklusions- und DaZ-Quote deutlich geringer sei, so Ulmer. „Die Frage nach den Kosten müssen sie uns schon zubilligen. Das gilt nicht nur für die Wisser-, sondern für alle Schulen“, betonte Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne). 30 Millionen seien insgesamt kein Witz, sondern das größte Vorhaben der Stadt seit langer Zeit. CDU, Grüne und FDP gaben schließlich grünes Licht für die Beauftragung des Architekturbüros Ewers Dörnen und Partner GmbH mit der Machbarkeitsprüfung zur Umsetzung des vorgelegten Raumbuches am Standort Berg.


Grundschule mit OGS und Förderzentrum

In Sachen Grundschule machte die kommissarische Leiterin Brigitte Rönnfeldt deutlich, dass sie seit Bekanntwerden des Neubau-Beschlusses das Raumkonzept, das einst in
das Bestandsgebäude Wisser-Schule am See passen sollte, überarbeitet habe: „Die Schülerzahlen steigen eher als sie fallen. Außerdem haben wir eine große Zahl an DaZ-Schülern, die phasenweise extra beschult und gefördert werden müssen“, so Rönnfeldt und Kleinmann. Sie wünschten sich im Neubau zudem endlich neue Medien, auf die sie bislang vollends im Unterricht verzichten müssten. Grundschüler bräuchten einen sehr aktiven Unterricht, Wissen werde erfahren, erspielt und so erlernt, dazu sei auch Platz nötig, betonte Kleinmann. Außerdem sprach sie sich dafür aus, die Offene Ganztagsschule (OGS) auf das Gelände der Grundschule zu verlegen. „Es ist eine unglückliche Lösung, dass die Kleinen nach der Schule erst noch so weit laufen müssen.“

Antonie Schwirz, Leiterin des Förderzentrums Eutin, wiederholte den Wunsch der Eltern, ihre Kinder mit Förderbedarf auch wohnortnah einschulen zu können und nicht bis Schwartau fahren zu müssen und warnte vor einer neuen, „nicht gewollten Separierung“, als Olaf Bentke (FWE) den Vorschlag machte, das Förderzentrum als solches wiederzubeleben, wenn die OGS an den See umziehe und die Räume dann leer stünden.

Die Schwierigkeit bei den aktuellen Planungen bestünde laut Verwaltung darin, dass zum einen die Antwort des Kreises zur Kostenübernahme für die Räume des Zentrums für geistige Entwicklung ausstehe, zum anderen laut Ministerium eine Zweckbindung auf dem Gebäude der Albert-Mahlstedt-Schule liege, die gegebenenfalls auf einen Neubau übertragen werden könne, teilte Fachbereichsleiter Martin Klehs mit.

Konsens herrschte beim Thema Dreifeldhalle am Güterbahnhof, die sich kurz vor Ausschreibung befinde: Die Planungen dafür wurden einstimmig auf Eis gelegt, bis Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen.


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