Architekten begeistert von der Lage

Die Villa Moser sowie das dazugehörige Grundstück wurde gekauft.
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Die Villa Moser sowie das dazugehörige Grundstück wurde gekauft.

Inklusionshotel an der Stadtbucht: Sechs Büros aus Norddeutschland und Kopenhagen haben sechs Wochen Zeit für ihre Vorschläge

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12. Oktober 2018, 09:36 Uhr

„Ist das toll hier“ lautete der Tenor der Architekturbüros, die sich an der Stadtbucht ein Bild vom Standort des geplanten Inklusionshotels machten. Reinhard E. Sohns, Geschäftsführer von „Die Ostholsteiner“ und Auslober
des Architekturwettbewerbs zeigte Vertretern der insgesamt sechs Architekturbüros nach dem offiziellen Treffen mit Fach- und Sachpreisrichtern den Ort an der Stadtbucht sowie das nahe Umfeld im Seepark und Schlossgarten. „Eutin präsentierte sich bei dem wunderschönen Wetter von seiner besten Seite und sie zeigten sich alle begeistert von der Lage“, berichtete Sohns gestern.

Die sechs Büros – Lorenzen Mayer Architekten GmbH aus Berlin, Architekturwerkstatt Ladehoff aus Hardebek (Kreis Segeberg), ppp Architekten + Stadtplaner GmbH Lübeck, Wuttke & Ringhof Architekten ApS aus Kopenhagen sowie Trapez Architektur GmbH und pfp Architekten bda (Sieger des Reithallen-Wettbewerbs) aus Hamburg – haben sich am Donnerstag zum Rückfragenkolloquium gemeinsam mit den Fach- und Preisrichtern in der Zentrale von „Die Ostholsteiner“ getroffen. Bis 26. November müssen die Büros ihre Arbeiten und damit ihre Ideen für den Baukörper des Hotels abgeben, die Modelle müssen bis 3. Dezember eingereicht werden. Am 19. Dezember tagt das Preisgericht um einen Sieger-Entwurf zu küren, der dann bei den städtischen Gremien eingereicht und abgestimmt werden kann, um eine zeitnahe Baugenehmigung zu erhalten.

Wie ernst es dem Unternehmen „Die Ostholsteiner“ mit dem Hotelprojekt ist, zeigt der Kauf der Villa Moser samt dazugehörigen Grundstücks. Bevor der Kaufvertrag rechtswirksam werde, müssen die politischen Gremien der Stadt über das ihr eingeräumte Vorkaufsrecht entscheiden, erklärte Sohns. Den Verzicht der Stadt vorausgesetzt, plant Sohns dann, einen Teil des Grundstücks, der an das Parkrondell am Bleeker Gang grenzt, für Stellflächen und zur Vergrößerung des Rondells zu nutzen, um auch Busverkehr dort möglich zu machen. Die Villa selbst ist im Obergeschoss vermietet. „Der Mieter kann weiterhin oben wohnen, wir wollen die untere Etage für uns nutzen und haben so auch schon in der Bauzeit die Möglichkeit vor Ort zu sein“, sagte Sohns.

Er sei sehr gespannt auf die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs und wünsche sich möglichst viele Varianten, um am Ende die zu finden, die für Eutin das Beste ist und in der für den Bauherren wichtige Aspekte umgesetzt werden können. So ist die Barrierefreiheit für Sohns eine wichtige bauliche und gestalterische Grundlage, die sich nicht nur auf die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer beziehen soll, sondern auf den alltäglichen Umgang mit verschiedenen Arten von Behinderungen – ob mobile Hilfsmittel für Blinde und gehörlose Menschen oder taktile und akustische Leitsysteme. Auch auf ökologische Aspekte wie flächen- und materialsparendes Bauen, das die Ressourcen schone, gesundheitsverträglich ist und hohen Komfort für die Nutzer biete, lege Sohns wert. Apropos Fläche: „Das Grundstück, auf dem das Hotel gebaut wird, ist 3300 Quadratmeter groß. Die für den Wettbewerb errechnete Nutzfläche des Hotels inklusive Gastronomiebereich liegt bei 1980 Quadratmetern. Selbst wenn nur eine Erdgeschossebene gebaut würde, was wir nicht wollen, wäre ein Drittel der Fläche frei. Auch einen Klotz wird es nicht geben. Ich wünsche mir eine aufgelockerte Struktur mit hochwertiger Fassadengestaltung, die der besonderen Lage gerecht wird und zugleich eigenständige architektonische Akzente setzt.“

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