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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 12:29 Uhr

Architekt ändert sein Haus des Gastes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgerinitiative stellt zusammen mit Schöpfer Udo Stücker Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten vor

Das klobige Wirken aufbrechen, die einstige Leichtigkeit der Architektur herstellen, das – so sagt Architekt Udo Stücker (81) – ist wichtig, um „die Perle an der Stadtbucht“ wieder entdecken zu können. Seitenweise sei damals wie heute, über das Haus berichtet worden – nicht nur wegen dem gewünschten Abriss der Stadt und der Gegenwehr der mittlerweile zweiten Bürgerinitiative. „Alle Gemeinden ringsum bauen ihr Haus des Gastes um oder neu oder pflegen es. Nur Eutin will es unbedingt abreißen und ließ es verkommen. Und das ohne ein Konzept. Das versteht keiner“, sagt Sigrid Jürß, eine der drei Vertretungsberichtigten der Bürgerinitiative, die sich für die Sanierung und den Erhalt des fast 50 Jahre alten Gebäudes an der Stadtbucht einsetzt.

Eutin fehle es an gastronomischen Angeboten an der Stadtbucht, die werde es auch in der sanierten Reithalle nicht geben, so Jürß, denn da plane die Stadt erst gar keine Küche. Nur ein Grund, weshalb die BI beide Gebäude gern als ergänzend und nicht im Kampf gegen einander sehen würde. Außerdem fehle es an einem Aufenthaltsraum für Touristen oder eine Leseecke mit Seeblick. Und die Liste der interessierten Vereine und Verbände von den Landfrauen über die Awo bis hin zu Musikgruppen und Chören bestätige aus Sicht der BI, was diese schon lange fordern: „Es fehlt an Veranstaltungsräumen für kleinere Gruppen in Eutin. Die gibt es im Haus des Gastes, es muss nur saniert werden.“

Wie das aussehen könnte, dazu hat sich Udo Stücker, der seinerzeit als junger Architekt Auszeichnungen für das Gebäude mit Waschbeton einheimste, konkrete Gedanken gemacht: „Ich möchte die überdachte Terrasse in der ersten Etage, die heute zugebaut ist, wiederherstellen, damit die Leichtigkeit der Architektur wieder zum Vorschein kommt. Außerdem soll ein Teil des Anbaus abgerissen werden, um ihn neu als vollverglasten Wintergarten mit schräg ablaufendem Dach zur Seeseite zu bauen. Menschen wollen im Licht sitzen, das neue Dach wäre optisch ansprechender.“ Aus seiner Sicht eigne sich die Fläche des Anbaus für den gastronomischen Bereich (Platz für 40 bis 50 Personen). Den einst mit Balken überspannten Freisitz will Stücker mit einem Sonnensegel überdachen. Die Toilettenanlagen seien schlecht und zu klein, aber auch die brauche es dringend an einem so öffentlichen Ort, der Aufenthaltsqualität haben soll. „Derzeit gehen Mütter mit ihren Kindern in die Büsche. Das ist doch kein Zustand“, so Jürß, die das als nahe Anwohnerin beobachte. Ein Aufzug im Eingangsbereich soll das Erreichen aller Ebenen ermöglichen. Rund 450 Quadratmeter stünden im Hauptgebäude für öffentliche Nutzung zur Verfügung. „Wir können uns eine Menge kleiner Kulturveranstaltungen, auch Kooperation mit den Umlandgemeinden vorstellen oder Ausstellungen der zahlreichen Künstler und Kunsthandwerker der Region.“ Es sei vieles denkbar, so Jürß. Aber: „Wir können nur Vorschläge machen, die Stadt entscheidet, was geschieht.“ Als Förderverein des Haus des Gastes sehen sie sich in der Pflicht, dort für Leben zu sorgen und unterstützend einzugreifen, das letzte Wort habe allerdings die Stadt. An ihr liege es, Pacht- oder Mietverträge attraktiv zu gestalten, damit die Interessenten, die es schon gebe, nicht abspringen, sondern Verantwortung übernehmen wollen, so die BI-Vertreter. Mit Abrissgedanken im Kopf sei so ein Dialog allerdings schwer.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 00:46 Uhr

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