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Aktuelle Zahlen : Arbeitsmarkt mit sichtbaren Bremsspuren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Agenturchefs sehen trotz weiter sinkender Arbeitslosenzahlen viele Indizien dafür, dass die Bergfahrt an Schwung verliert. Die Entwicklungen in Stadt und auf dem Land sind unterschiedlich.

Unterschiede zwischen Stadt und Land offenbaren die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt in der Region: Die Zahl der Arbeitslosen ist im September im Vergleich zum August gesunken, in Lübeck lag sie aber deutlich über dem Niveau des Vorjahres, während in Ostholstein der positive Trend noch anhielt. Ähnlich sieht es
im Kreis Plön aus, aber auch dort warnt der zuständige Chef des Kieler Arbeitsamtes, Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann: „Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hat in diesem Jahr deutlich nachgelassen.“

Ein Blick in die Regionen: Im Kreis Ostholstein waren Ende September 5434 Arbeitslose gemeldet, 15 weniger als im August und 102 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert zum Vormonat bei 5,4 (Vorjahr 5,6).

1731 Arbeitslose wurden bei der Arbeitsagentur betreut, 46 mehr als im August und 48 weniger als vor einem Jahr. Beim Jobcenter waren 3703 Arbeitslose gemeldet, 61 weniger als im Vormonat und 54 weniger als vor einem Jahr.

Die Agentur Eutin meldete 1741 Arbeitslose, 34 weniger als im Vormonat und 8 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,4 Prozent (Vorjahr 7,5). Es meldeten sich 351 Personen arbeitslos, gleichzeitig beendeten 391 Personen ihre
Arbeitslosigkeit. 154 neue Stellen wurden im Laufe
des Monats angeboten.

Im Bezirk Neustadt ist die Arbeitslosenzahl um 3 auf 767 Betroffene gestiegen, vor einem Jahr waren es noch 3 mehr. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert (4,8). In Oldenburg gab es 1358 Arbeitslose, 40 mehr als im August, 79 weniger als im Vorjahr. In Timmendorfer Strand ist die Arbeitslosigkeit von August auf September um eine auf 663 Personen zurück gegangen. Das waren 15 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist unverändert 4,4 Prozent.

Im Kreis Plön wurden am Monatsende 3269 Arbeitslose gezählt, 117 weniger als im August und 60 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,1 Prozent (Vorjahr 5,3). 1240 Personen wurden von der Agentur betreut, 2029 vom Jobcenter.

Dr. Schmidtke-Glamann skizziert die wichtigsten Entwicklungen: „Im Kreis Plön waren im September 3269 Menschen arbeitslos. Das ist der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit in einem September seit 1992. Das ist auf den ersten Blick ein gutes
Ergebnis. Dennoch darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt deutlich moderater ausfällt als in den Vorjahren.“

Das sei dem langfristigen Trend auf dem Arbeitsmarkt geschuldet. Ein klarer Indikator dafür sei, dass bei den „kurzzeitigen“ Arbeitslosen die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 7 zurückgegangen sei.

Dr. Schmidtke-Glamann weiter: „Noch deutlicher werden die ‚Bremsspuren‘ auf dem Arbeitsmarkt bei den Stellenmeldungen. Derzeit sind dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im Kreis Plön seit Jahresbeginn 1007 und damit 50 oder 4,7 Prozent weniger zu besetzende sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden.“

Erfreulich sei indes, dass der Abstand zwischen dem sehr guten Ergebnis des Vorjahres und den aktuellen Stellenmeldungen zunehmend kleiner werde. Offenbar meldeten kleine Firmen und mittelständische Unternehmen wieder deutlich mehr freie Stellen als in der ersten Jahreshälfte. „Dennoch wird es schwierig werden, am Ende des Jahres das
Ergebnis von 2012 zu erreichen.“

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erstellt am 02.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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