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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 00:11 Uhr

Arbeitslosigkeit bleibt auf Talfahrt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Kreis Ostholstein hat die Zahl der Menschen mit festem Job noch weiter zugenommen / Langzeitarbeitslosigkeit bereitet Sorgen

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 11:59 Uhr

Der positive Trend hält an: Auch im Jahr 2014 hat die Arbeitslosigkeit in Ostholstein weiter abgenommen, berichteten gestern Wolfgang Werner von der Arbeitsagentur Lübeck und Karsten Marzian vom Jobcenter Ostholstein in einem Pressegespräch.

Ostholstein weise viele Zahlen auf, die besser seien als im Landes- oder Bundesschnitt. Es gebe aber auch spezifische Probleme und Herausforderungen.

Gut für die Entwicklung, die zu einer Rekordzahl von fast 56  500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geführt hat, ist nach Analyse von Wolfgang Werner die insgesamt gute Konjunktur in Deutschland, die zur Belebung des Fremdenverkehrs geführt habe. Dabei hätten sich auch die jüngsten Investitionen in touristische Infrastruktur, von modernen Seepromenaden bis zu neuen Hotels, ausgezahlt. Gut seien auch krisenfeste Branchen, die besonders stark in Ostholstein vertreten seien, wie Gesundheit und Pflege, Dienstleistungen sowie Handel.

Charakteristisch für Ostholstein seien extreme Saisonschwankungen, in denen sich die Bedeutung der Tourismuswirtschaft spiegele. In den Zahlen schlage sich aber auch ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Einwohner sowie ein unter dem Bundes- und Landesschnitt liegendes Lohnniveau nieder.

Das wird zum Beispiel deutlich in dem Anteil der sogenannten Aufstocker: 35 Prozent der Menschen, die Geld vom Jobcenter bekommen, sind darauf trotz einer festen Arbeit angewiesen. Im Landesschnitt beträgt der Anteil 30 Prozent, bundesweit noch einmal zwei Prozentpunkte weniger.

Trotz der Saisonschwankungen sei in Ostholstein die Arbeitslosigkeit stärker zurück gegangen als im Land und im Bund. Aber: Davon hätten jüngere Menschen stärker profitiert. In der Gruppe der älteren Arbeitslosen habe es sogar einen Anstieg gegeben. Karsten Marzian fasst es so zusammen: „Die Gefahr, seine Arbeit zu verlieren, ist kleiner geworden. Wer aber schon länger keine Arbeit hat, für den wird es schwieriger, eine zu finden.“

Jugendarbeitslosigkeit sei kein Thema mehr, sagt Werner, und Marzian bestätigt: Die rund 350 Arbeitslosen unter 25 Jahren, die vom Jobcenter betreut werden, hätten „erhebliche Defizite“. In schlechteren Zeiten kümmerte sich das Jobcenter um 1300 junge Arbeitslose.

Nun rücken beim Jobcenter immer mehr die Arbeitslosen in den Fokus, die über 50 und schon seit Jahren ohne feste Beschäftigung sind. Sie stellen fast die Hälfte der rund 4000 Menschen, die im Jahresschnitt vom Jobcenter betreut werden.

Die bisherige Integrationsarbeit des Jobcenters sei erfolgreicher als erhofft. Nach dem Auslaufen von 300 Bürgerarbeitsstellen Ende 2013 sei es gelungen, 317 ältere Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das habe über den Erwartungen gelegen. Das Programm 50 plus laufe zwar aus, es gebe aber neue Programme des Bundes, und die Mittel dafür seien kaum gekürzt worden.

Werner und Marzian sind sich einig; Der Kampf gegen die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit gehört zu den Herausforderungen dieses Jahres. Und Wolfgang Werner sieht für Arbeitgeber wachsende Herausforderungen, wenn sie angesichts des Wandels der Altersstruktur ausreichend Beschäftigte gewinnen und halten wollen . In vielen Brachen, besonders auch im Tourismus, sei der Fachkräftemangel längst Realität. „Ein Betrieb, der im Sommer seinen Koch verliert, hat ein echtes Problem.“

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