Arbeitslosenquote weiter im Sinkflug

Die Arbeitsagentur legte gestern die Juli-Zahlen vor.
Die Arbeitsagentur legte gestern die Juli-Zahlen vor.

Bei der Ausbildungsplatzsuche gibt es noch sehr gute Chancen / Fachleute sind sich einig: Es werden weiterhin und unverändert Arbeitskräfte gebraucht

von
31. Juli 2018, 16:07 Uhr

Der Arbeitsmarkt in den Kreisen Ostholstein und Plön ist in Bewegung. Im Kreis Ostholstein waren Ende Juli 4797 Arbeitslose gemeldet worden, ein Anstieg von 216 oder 4,7 Prozent. Im Kreis Plön wurden 2859 Arbeitslose gezählt. Hier ging die Arbeitslosigkeit um 255 (8,2 Prozent) zurück. Die Arbeitslosenquote betrug im Kreis Plön im Juli 4,3 Prozent (Vorjahresmonat 4,8 Prozent).

Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck waren im Juli zwar weniger Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr. Doch im Vergleich zum Vormonat gab es einen saisonbedingten Anstieg. „Dennoch verzeichnen wir den niedrigsten Juli-Wert seit 36 Jahren. Wir starten aus einer guten Ausgangsbasis in die übliche Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt“, bewertet Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, die Entwicklung. Neben den quartalsbedingten Entlassungen in den kaufmännischen Berufen hätten sich in den vergangenen Wochen viele Jüngere nach Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos gemeldet. Dusch: „Erfahrungsgemäß beginnen sie in den nächsten drei Monaten mit einer Beschäftigung, einem Studium oder einem weiterführenden Schulbesuch.“ Er rechne im Herbst wieder mit einem Rückgang. Bei der Ausbildungsplatzsuche gebe es noch sehr gute Chancen. „Wer sich jetzt erst entschlossen hat, eine Ausbildung zu machen oder noch keinen passenden Ausbildungsbetrieb gefunden hat, sollte sich unbedingt bei uns melden“, empfiehlt Dusch.

Die Arbeitslosenquote im Kreis Ostholstein stieg leicht um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat an und ging um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 4,6 Prozent zurück. 1707 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 159 (10,3 Prozent) mehr als noch im Juni und 18 (1,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren 3090 Arbeitslose gemeldet. Das waren 156 (1,8 Prozent) mehr als im Vormonat und 280 (8,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Im Kreis Plön beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote im Juli 4,3 Prozent (Vorjahresmonat 4,8 Prozent). Im Kreis Plön gab es 1130 SGB III-Kunden (-64 oder -5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat). Durch das Jobcenter im Kreis Plön wurden 1729 arbeitslose SGB II-Kunden (-191 oder -9,9 Prozent) betreut. 60,5 Prozent aller arbeitslosen Menschen gehörten zum Jobcenter Plön.

Im aktuellen Monat liegt die Arbeitslosigkeit im Kreis Plön unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Juli 2017 sank sie sogar um 255 oder 8,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer saisonbedingt im Kreis um 157 oder 5,8 Prozent an. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt im Kreis Plön bei 4,3 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter
dem Wert von Juli 2017.

Im Vergleich aller schleswig-holsteinischen Kreise liegt Plön in dieser „Disziplin“ nunmehr mit den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde gleichauf und gemeinsam auf Platz zwei. Lediglich der Kreis Stormarn (3,3 Prozent) weist aktuell eine niedrigere Arbeitslosenquote aus.

„Die Lage auf dem Plöner Arbeitsmarkt bleibt trotz eines saisonbedingten Anstiegs zum Vormonat im langfristigen Trend stabil“, analysiert Peter Garbrecht, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, die neusten Daten. „Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,3 Prozent auf dem niedrigsten Stand in einem Juli seit Jahrzehnten und wurde zuletzt nur im Vormonat unterboten“.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis liegt trotz saisonaler Einflüsse zum dritten Mal in Folge unter der 3000er-Marke. Zum Quartalsende enden üblicherweise befristete Arbeitsverhältnisse, aber auch Jugendliche finden nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung nicht in jedem Fall sofort eine Anschlussperspektive. Das sind zwei Faktoren, die die Zahl der arbeitslosen Menschen im Sommer ansteigen lassen. „Dass diese Entwicklung in diesem Jahr gedämpft ausfällt, liegt an der unverändert stabilen Nachfragesituation im Kreis Plön“, sagte Garbrecht.

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter Plön sind im Juli 124 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das sind 55 oder 30,7 Prozent weniger
als noch vor einem Jahr. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften im Kreis bleibt stabil“, sagte Garbrecht. „Es sind uns in diesem Monat zwar weniger Stellen als im Juli des Vorjahres gemeldet worden, wir bewegen uns aber weiterhin auf einem hohen Niveau.“ Seit Jahresbeginn seien der Arbeitsagentur 889 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Besetzung gemeldet worden. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 91 mehr. Allerdings lieferten die beiden letzten Jahre „Rekordergebnisse“ auf der Stellenseite. Es ist deshalb umso höher zu bewerten, dass trotz einer gestiegenen Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den Betrieben, sich die Suche nach Fachkräften fortsetzt. Es werden unverändert Arbeitskräfte gebraucht.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen