Neujahrstreff in Süsel : Arbeitsauftrag heißt Gemeindeentwicklung

Zwei sozial engagierte Frauen und erfolgreiche Sportlerinnen und wurden gestern ausgezeichnet.
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Zwei sozial engagierte Frauen und erfolgreiche Sportlerinnen und wurden gestern ausgezeichnet.

Swantje Meininghaus (SPD) hat einen Vorsatz fürs neue Jahr gefasst: „Die nächste Gemeindevertretung muss sich aus meiner Sicht mit Nachdruck um die Gemeindeentwicklung kümmern.“

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22. Januar 2018, 11:08 Uhr

Einen Vorsatz hat Swantje Meininghaus (SPD) fürs neue Jahr gefasst: „Die nächste Gemeindevertretung muss sich aus meiner Sicht mit Nachdruck um die Gemeindeentwicklung kümmern“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin gestern beim Neujahrstreff der Gemeinde Süsel. Vor rund 120 Gästen im TSV-Heim schlug Meininghaus, die den verhinderten Bürgermeister Holger Reinholdt vertrat, ein Gespräch in allen 15 Dörfern über die Wünsche der Bewohner vor, die auf Umsetzbar geprüft und anschließend in eine Prioritätenliste überführt werden sollten. Meininghaus:„Das ist in den vergangenen fünf Jahren zu kurz gekommen.“ Und weiter: „Nicht das Repräsentieren zu passenden Zeiten und an sonnigen Nachmittagen ist gefordert, sondern das stetige, aktive Engagement für unsere Gemeinde – auch wenn der Wind mal von vorne kommt.“

Die letzte Dorfkneipe in Süsel, die „Haasendiele“, habe seit Weihnachten geschlossen, es gebe keine Lebensmittelversorgung, keinen Bankautomaten und keine Apotheke im Ort. Der Bundespräsident habe in seiner Weihnachtsansprache vor einem langsamen Sterben der Dörfer gewarnt, von dem Einzug einer Stille im ländlichen Raum, die bedrohlich werden könne.

Gemeinsam mit den Dorfbewohnern solle die Gemeindevertretung versuchen, Wege zu einer Wiederbelebung zu finden. Steinmeier habe auch von Menschen gesprochen, die diese Leere nicht hinnehmen und sie wieder mit Leben füllen wollten. „Dazu möchte ich Sie alle auffordern“, appellierte die stellvertretende Bürgermeisterin an die Anwesenden, unter ihnen viele Repräsentanten von Dörfern, Vereinen und Feuerwehren sowie von Nachbargemeinden.

Vor diesem Arbeitsauftrag für die neue Gemeindevertretung, die am 6. Mai gewählt wird, hatte Meininghaus die aktuelle Situation der Gemeinde beleuchtet. Im Haushalt mit einem Volumen von 7,4 Millionen Euro stehe ein Fehlbetrag von 370 000 Euro. Geplant sei eine Kreditaufnahme in Höhe von 480 000 Euro, aktuell habe die Gemeinde 3,7 Millionen Euro Schulden.

Größter Ausgabeposten im Haushalt seien 1,4 Millionen Euro für Schule, Offene Ganztagsschule, Schülerbeförderung und Schulkostenbeiträge für andere Gemeinden. Die Kosten für die Verwaltung betrügen etwas mehr als eine Millionen Euro, für soziale Hilfen – darunter Zuschüsse für die Kindertagesstätten – seien mit knapp 940 000 Euro kalkuliert. Für Straßenunterhaltung seien 670 000 Euro breit gestellt. In der allgemeinen Finanzwirtschaft, zu der vor allem die Kreisumlage gehöre, stünden Ausgaben von 1,95 Millionen Euro, an Zinsen zahle die Gemeinde 106 600 Euro. „Damit haben wir kaum Gestaltungsspielraum.“ Dennoch habe die Gemeinde eine Reihe von Verpflichtungen, von der Unterstützung der Kitas bis zur angemessenen Ausstattung der neun Feuerwehren.

Ein Straßenausbau sei 2018 nicht geplant, die neue Gemeindevertretung werde sich mit den Ausbaubeiträgen beschäftigen müssen. Nach ihrer Überzeugung habe die Gemeinde angesichts ihrer Finanzschwäche aber ohne Hilfe von anderer Seite keine Möglichkeit, auf die Ausbaubeiträge zu verzichten: „Das käme den Grundstücksbesitzern zugute – zu Lasten aller.“

Belohnt worden sei das Engagement vieler Bürger beim Glasfaser-Ausbau, im Ort Süsel hätten die Stadtwerke Eutin mit dem Netzbau begonnen, bevor die Breitbandsparte des Zweckverbandes Ostholstein gegründet worden sei. Eine flächendeckenden Versorgung durch Stadtwerke und die ZVO-Vertriebspartnerin TNG stehe bevor, und dabei finde sie ok, dass es in einigen Orte auch Wettbewerb gebe.

Neben dieser Ansprache gab es keine weiteren Reden, mit Ausnahme eines kurzen Segens durch Pastor Matthias Hieber. Ausgezeichnet wurden verdiente Personen und Sportler. Für ihr Engagement bei Blutspendeterminen und Festen der Kirchengemeinde wurde Rita Hellwig geehrt, für ihren Einsatz ebenfalls beim Blutspenden sowie bei der Offenen Ganztagsschule Ursula Preuß.

Weitere Ehrungen erfuhren Cornelia Ried (Landes- und Kreismeisterin Luftgewehr), Lothar Gronau (Landesmeister Taubenzucht) sowie die Reitsportlerinnen Ailin Moser (Kreismeisterin Dressur LK4), Stella Maria Rehm (Kreismeisterin Dressur LK5), Henna Grüllich (Kreismeisterin Vielseitigkeit LK6) sowie Ailin Moser, Julia Beuße und Lina Schaaf (Kreismeisterschaft als Team).

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