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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 07:35 Uhr

Arbeiten vor Publikum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

LMK macht aus dem Umbau eine Party / Ein Besuch

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2015 | 11:25 Uhr

Es ist Millimeterarbeit, die Sven Sandmeier und seine Kollegen leisten müssen, um die mehr als zehn Meter lange und älteste noch intakte Rolltreppe Eutins aus dem verhältnismäßig schmalen Eingang zu bugsieren. An einem Schwerlastkran im Miniformat hängt der alte Korpus. Als das Gespann den Durchgang hinaus zum Stadtgraben passiert, passt keine Hand mehr zwischen Treppe und Decke. Selbst Michael Geyssel, Hersteller der neuen Rolltreppen, packt mit an, damit nichts beschädigt wird. Es ist ein Schauspiel, das sich den zahlreichen Zuschauern bei der „Rolltreppenparty“ am Samstagabend bietet. Für die Monteure bedeutet ihre Anwesenheit zusätzlicher Stress, den sie freundlich weglächeln, wenn die zigste Frage Neugieriger kommt.

Alle Semester von interessierten Baustellenfans im Kinderalter bis zum jahrzehntelangen Kunden des inhabergeführten Kaufhauses schauen gespannt durch den Zaun in den Abgrund. Wo einst die Rolltreppen die Sicht versperrten, ist jetzt aus der Kinderabteilung in der dritten Etage der Blick bis ins Erdgeschoss möglich. Zumindest noch. Die Arbeitspausen vertreiben sich die Interessierten am Grill oder mit einem Party-Getränk, das passende Titel wie „Bau-Meister-Bob“ oder „Sex on the Roll-Trepp“ trägt. „So was haben wir noch nicht erlebt: Ein- und Ausbau bei vollem Betrieb“, sagt Jörg Unkelbach vom Vertrieb der Kölner Firma Geyssel. Auch Eutin hatte bis zu diesem Wochenende noch keine „Rolltreppenparty“ gesehen. Warum dann jetzt? LMK-Geschäftsführer Andreas Booke: „Wir zeichnen uns dafür aus, das wir den Kunden in alles, was wir machen, einbeziehen. Das kriegen sie in den nächsten Jahrzehnten so schnell nicht wieder zu sehen.“ Booke selbst verfolgt jeden Schritt der Arbeiten gespannt, würde am liebsten selbst mit Hand anlegen. Aber: „Das überlasse ich lieber den Experten.“

Es ist kurz nach 20 Uhr, als der Tieflader mit der ersten und kleinsten Treppe rückwärts anrollt. Die Gläser werden geleert, die Wurst verschlungen, der Platz am Bauzaun auf allen Etagen gesichert. Alle können sehen, wofür sie gekommen sind: Meter um Meter ziehen Winden rund sechs Tonnen Treppe nach oben. Es ist kurz vor halb zehn als Sven Sandmeyer ruft: „Passt!“ Jetzt hat er Feierabend. Die zweite Schicht arbeitet die Nacht durch, Sonntagvormittag hängen alle fünf Rolltreppen, die Montage beginnt, der Plan ging auf. „Zwischen 18 und Null Uhr hatten wir über 500 zahlende Kunden“, freut sich Booke. „Wir liegen gut im Plan.“

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