Arbeiten bis 70: Streit um Renten-Modell

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02. Januar 2015, 16:14 Uhr

Mit 65 ist noch nicht Schluss: Immer mehr Schleswig-Holsteiner arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der 65- bis 69-Jährigen, die im Norden einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, um mehr als 48 Prozent auf 4727 Beschäftige gestiegen.

Geht es nach Frank-Jürgen Weise, dann könnte dieser Anstieg sogar noch stärker ausfallen. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit spricht sich für eine freiwillige Rente mit 70 Jahren aus. Weise forderte in der „Welt“ vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, dass die Politik Anreize setzen müsse, damit „Arbeitnehmer, die fit sind, freiwillig bis 70 arbeiten können“.

Begrüßt wird dieser Vorschlag von der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein. So ließe sich die Erfahrung älterer Mitarbeiter in Betrieben länger erhalten, sagte Sprecher Sebastian Schulze. „Die Idee kommt zur rechten Zeit, denn durch die Einführung der Rente mit 63 hat es einen erheblichen Abfluss an Know-How gegeben.“

Doch nicht alle Beschäftigten bleiben bis ins hohe Alter fit für die Arbeit. „Rente mit 70 ist heute für viele ein Albtraum, denn sie schaffen es kaum bis zum regulären Renteneintrittsalter“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Nord (DGB). Die Mehrheit der Beschäftigten beklage seit Jahren eine zunehmende Arbeitsverdichtung. „Das sind keine guten Voraussetzungen, um gesund bis zur Rente durchzuhalten“, kritisierte Polkaehn. Flexible Regelungen bräuchten Gesundheit am Arbeitsplatz und solidarisch finanzierte Sozialsysteme. Kommentar

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